Von Michèle Gantenbein
Es war die Solidaritätsveranstaltung schlechthin: der „Relais pour la vie“, zum fünften Mal in Folge organisiert von der „Fondation luxembourgeoise contre le cancer“. 24 Stunden lang drehten insgesamt 8 277 Teilnehmer ihre Runden in der Coque-Arena und bekundeten damit allen Krebspatienten ihre Anteilnahme. Solidarität bewiesen aber auch die vielen Besucher, die sich die „Life Boxes“-Ausstellung anschauten, ihre Handabdrücke auf Leinwänden hinterließen, eine Gedenkkerze anzündeten oder einfach nur auf Cappelletti, Kaffee und Kuchen vorbeikamen.
Offiziell eröffnet wurde der „Relais pour la vie“ am Samstagabend von der Direktorin der Krebsstiftung, Marie-Paule Prost-Heinisch, die sich gleich zu Beginn bei den vielen Helfern, Sponsoren und Teilnehmern für ihr Mitmachen bedankte. In seiner Ansprache dankte Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo den Vertretern der Krebsstiftung dafür, „dass ihr den Krebs aus der Tabuzone herausholt.“ Krebspatienten und Ex-Patienten berichteten offen über ihre Erfahrungen im Umgang mit Krebs.
Um 20.15 Uhr fiel der Startschuss für die 213 Master-Teams, die sich für 24 Stunden verpflichtet hatten. Die ganz Harten trotzten der Müdigkeit und liefen, was das Zeug hielt. Die ganze Nacht hindurch.
Am Sonntag um 8 Uhr starteten die 102 Classic-Teams (zwölf Stunden). Jede Mannschaft war immer nur durch ein Mitglied auf der Laufbahn vertreten, gehend oder laufend, ganz nach Belieben. Es ging um die Solidarität, nicht um sportliche Leistung.
Punkt 16 Uhr trafen sich Vertreter aus Politik und Gesellschaft in sportlichem Outfit zur Promirunde. Sie bekundeten ihre Solidarität in diesem Jahr unter dem Motto „Mir si fir iech hei“.
Krebs ist ein ernstes Thema, leider auch ein Tabuthema. Der Relais hilft dabei, das Tabu zu brechen, auch durch Aktionen wie die „Life Boxes“-Ausstellung. In bewegenden Worten oder Bildern schildern Ex-Patienten, wie die Krankheit ihr Leben veränderte und was ihnen die Kraft verlieh, im Kampf gegen den Krebs nicht aufzugeben.
Zu den bewegendsten Momenten gehört jedes Jahr die „Cérémonie des bougies“, mit über 2.000 angezündeten Kerzen entlang der Laufbahn. Eine Minute des Innehaltens und Gedenkens an verstorbene Patienten und des Mutspendens an jene, die den Kampf gegen den Krebs noch weiterkämpfen müssen.