(jw) - Das zwei Kilometer lange Teilstück der Bahnstrecke Trier-Luxemburg zwischen Igel und Wasserbillig wird vorerst nicht wie geplant zweispurig ausgebaut. Wie der “Trierische Volksfreund” am Freitag meldet, wurde das grenzüberschreitende Projekt von der Prioritätenliste des deutschen Verkehrsministeriums gestrichen.
Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer hat eine sechsseitige Liste vorgelegt, auf der die Bahnprojekte aufgeführt sind, die vorerst nicht ausgeführt werden. Vorher wurde die Existenz dieser Liste von der Deutschen Bahn bestritten. Nun ist es allerdings amtlich, denn der Bundesrepublik stehen nur 1,2 Milliarden Euro für derartige Projekte zur Verfügung. Notwendig wären mindestens 1,8 Milliarden Euro.
Das nur zwei Kilometer lange Teilstück der Bahnstrecke Trier-Luxemburg sollte ursprünglich bis zum Jahr 2012 zweigleisig ausgebaut und mit Lärmschutzmaßnahmen ausgestattet werden. 19 Millionen Euro waren dafür vorgesehen, eine Summe, die dem Bundesverkehrsministerium wohl zu hoch war. Jetzt dürfte das Projekt nicht vor 2020 verwirklicht werden. Im “Trierischen Volksfreund” zeigte sich die Bitburger Grünen-Abgeordnete Ulrike Höfken enttäuscht: “Eine bedeutsame Region für die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa droht so den Anschluss zu verlieren”, sagte sie.
Sie fordert ihre Landesregierung auf, zusammen mit Luxemburg eine Lösung zur Finanzierung des Ausbaus zu suchen. Das Luxemburger Verkehrsministerium hatte sich ursprünglich für eine finanzielle Beteiligung am Ausbau der Strecke ausgesprochen, wegen fehlender Garantien aus Deutschland kam die Kostenbeteiligung allerdings nicht zustande.
Die Bahnstrecke Trier-Luxemburg wird täglich von vielen Pendlern genutzt. Wegen der maroden Konzer Moselbrücke müssen Züge oftmals minutenlang halten. So braucht der Regionalexpress für die 45 Kilometer lange Strecke eine Stunde.