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Gemeinderat Luxemburg
02.03.2010 08:02 Uhr

Kauf von zwei Bankgebäuden genehmigt

„Hamilius“-Projekt wird vorangetrieben / Hilfe im Wert von 425 000 Euro für ING-Marathon



Foto: Serge Waldbillig
An der Route de Longwy in Helfenterbrück (an der Abzweigung zur Autobahn) hat die Straßenbauverwaltung seit Jahren einen Kreisverkehr geplant. Im Hinblick darauf und wegen weiterer Bebauungsprojekte beschloss der Gemeinderat gestern den Bau eines Abwasser- und Regenwasserkollektors an dieser Stelle.

(raz) - Der Gemeinderat Luxemburg gab gestern grünes Licht für den Kauf von zwei Immobilien zur Umsetzung des „Hamilius“-Projektes, verwarf die Einwände von Bürgern über zwei Bebauungsprojekte und verlängerte das Einfrieren der Parzellen am Hauptbahnhof im Hinblick auf die Überdachung der Gleise. Für den ING-Nachtmarathon am kommenden 15. Mai wurde eine Finanzhilfe im Gesamtwert von 425 000 Euro gewährt.

Die Konvention über den ING-Nachtmarathon wurde einstimmig genehmigt. Darin verpflichtet sich die Stadt zu einer Finanzhilfe von 100 000 Euro sowie zu logistischer Hilfe und Sachleistungen in Höhe von 325 000 Euro. Ben Fayot (LSAP) – der wie Martine Mergen (CSV) eine Diskussion über den Marathon angefragt hatte – und Marc Angel (LSAP) fragten, ob die Stadt damit nicht zum Hauptsponsor geworden sei und der Marathon nicht mehr nach ING, sondern nach der Stadt benannt werden sollte.

Sportschöffin Simone Beissel sagte, ihres Wissens sei die Unterstützung von ING noch höher. Jean-Paul Rippinger (unabhängig) hielt die Unterstützung für zu hoch und bedauerte, dass der Start nicht in der Coque erfolgt, wo im Gegensatz zu den LuxExpo-Hallen keine provisorischen Duschen, Toiletten usw. eingerichtet werden müssten. Auch René Kollwelter (LSAP) fand, dass die Stadt mehr Nutzen vom Marathon haben müsste. Trotzdem befürworteten beide die Konvention. Simone Beissel betonte, dass die Stadt sich aus dem Streit zwischen Organisator Erich François und der Coque heraushalte. Zusammen mit dem Geschäftsverband werde ein Zeitplan für die Straßensperrungen ausgearbeitet – diese sollen so kurz wie möglich dauern. „Die Stadt wird nicht geschlossen“, betonte Bürgermeister Paul Helminger.

Ein großes Geschäft oder Einkaufsgalerie mit Zugpferd?

Von der Banque de Luxembourg erwirbt die Stadt mehrere Gebäude zur Umsetzung des „Hamilius“-Projektes – für 6,5 Millionen Euro die Immobilien Nr. 6, Rue Aldringen, und Nr. 103, Grand-Rue (2,98 Ar), sowie Nr. 105, Grand-Rue (2,30 Ar). Die Stadt wird dem Gewinner-Konsortium des derzeit laufenden Architektenwettbewerbs das Areal für 75 Jahre per Erbpacht zur Verfügung stellen. Wie wir berichtet hatten, wurden sechs Teams zurückbehalten. Im kommenden Juni sollen die drei besten Entwürfe vorgestellt werden.

Paul Helminger sagte, die Architektur müsse dazu einladen, dass die Menschen sich vom Boulevard Royal in das Stadtzentrum begeben. Es werde 16 000 Quadratmeter Geschäftsfläche geben – die von der Stadt angefragte Handelsgenehmigung liege bereits vor –, 9 000 Quadratmeter Bürofläche und 6 000 Quadratmeter Wohnraum. Ben Fayot (LSAP) hielt den Anteil an Wohnraum für zu gering – eine Ansicht, die Helminger nicht teilte: Es gebe bereits 20 Wohnungen im Haus Nr. 49, Boulevard Royal – da zwei von 25 Besitzern nicht mitmachen wollen, muss das neue Projekt um das bestehende Gebäude herum gebaut werden –, und etwa 60 weitere entstünden im neuen Projekt. Der von Martine Mergen (CSV) geäußerten Sorge um die Komplementarität mit der bestehenden Geschäftswelt trage die gestern genehmigte Konvention Rechnung, so Helminger.

Marc Angel (LSAP) wies darauf hin, dass die zuständige Gemeindekommission sich für die Ansiedlung eines großen Geschäftes statt einer Einkaufsgalerie ausgesprochen hatte. Helminger erklärte, dies könne nicht vorgeschrieben werden – im Falle einer Einkaufsgalerie werde es aber mit Sicherheit ein „Zugpferd“ geben. Eine Finanzhilfe von 50 000 Euro gewährte der Gemeinderat für die Ausstellung „Design City 2010“ im Mudam.

Rohr wird unter Schienen hindurch verlegt

Seit Jahren schon plant die Straßenbauverwaltung einen Kreisverkehr an der Route de Longwy in Helfenterbrück. Seine volle Berechtigung würde der Kreisverkehr beim Bau des Boulevard de Merl bekommen, der sich laut „Plan sectoriel transports“ irgendwann von der Route d'Arlon (beim „Bâtiself“ in Strassen) zwischen der Autobahn und dem an der Rue des Aubépines gelegenen Friedhof hindurch bis zur Escher Autobahn erstrecken soll. Im Hinblick auf den Kreisverkehr, aber auch auf andere zukünftige Bebauungsprojekte, baut die Stadt an der Abzweigung von der Route de Longwy in Helfenterbrück für 895 000 Euro neue Kollektoren für Abwasser und Regenwasser.

Die unter der Straße verlaufenden Eisenbahnschienen bilden laut Bautenschöffin Simone Beissel insofern kein Problem, als ein Rohr unter den Schienen hindurch gebohrt werde. Die Parzellen im Umfeld der Gleise am Hauptbahnhof dürfen für ein weiteres Jahr nicht verändert werden, damit das „Luxembourg-Central“-Projekt möglich bleibt. Paul Helminger sagte, das „Groupement d'intérêt économique“ mit Vertretern von Stadt und Staat trete in den kommenden Tagen erstmals zusammen, um über die Umsetzung zu diskutieren.

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