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Büchermarkt
01.03.2010 14:49 Uhr, aktualisiert 02.03.2010 10:24 Uhr

Das erste Luxemburger e-book kommt

“Rousegäertchen Komplott” von Monique Feltgen kann ab sofort als e-book herunter geladen und gelesen werden.



Foto: Guy Jallay
"Rousegäertchen Komplott" auf der elektronischen Schiefertafel. E-Readern wird eine große Zukunft voraus gesagt.



Foto: Serge Waldbillig
Dirk Sumkötter: Der Nutzer erwartet, dass elektronische Bücher preisgünstiger sind als konventionelle Bücher.

Der Krimi “Rousegäertchen Komplott” ist das erste Luxemburger Buch, das als e-book angeboten wird – gratis und ohne Kopierschutz. Das Buch von Monique Feltgen kann ab sofort herunter geladen und auf epub-fähigen Endgeräten wie dem Kindle und dem Ereader von Sony gelesen werden. wort.lu unterhielt sich mit Dirk Sumkötter, dem Leiter des Saint-Paul-Verlages über diesen Schritt in die Buch-Zukunft.

Interview: Fern Morbach

Herr Sumkötter, haben Sie bereits selbst ein e-book gelesen? Welches Gefühl hat man dabei, statt ein Buch eine Art elektronische Schiefertafel in der Hand zu halten?

Berührungsängste gibt's nicht, aber es ist schon ein komisches Gefühl, einen Buchtext auf solch einem Gerät zu lesen. Man gewöhnt sich allerdings relativ schnell daran. Letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Texte er auf einem e-reader lesen möchte. Persönlich bevorzuge ich nach wie vor das klassische "Papierbuch".

Mit “Rousegäertchen Komplott” von Monique Feltgen bieten Sie nun das erste Luxemburger e-book an. Was erwarten Sie sich von dem neuen Angebot? Gibt es in Luxemburg bereits eine Nachfrage für e-books?

Wir möchten mit dem landesweit ersten e-book zeigen, dass wir den Trend zur elektronischen Publikation ernst nehmen und bewusst mit vollziehen. Natürlich wollen wir ebenfalls beweisen, dass unser Verlagshaus die neue Technologie umzusetzen vermag. Sicher werden in einer ersten Phase nur wenige Leser unser e-book-Angebot nutzen. Mittelfristig werden diesem Markt allerdings große Wachstumschancen attestiert; das zeigen entsprechende Studien im Ausland.

Werden Sie in Zukunft alle in Ihrem Verlag erscheinenden Bücher auch als e-book anbieten?

Auch wenn e-publishing sich neu im Markt etabliert, werden wir auf absehbare Zeit ein klassischer Buchverlag bleiben. Wir betrachten das e-book-Segment derzeit eher als ein zusätzliches ergänzendes Geschäftsmodell, das noch in den Kinderschuhen steckt. Abhängig vom Buchgenre werden sicher nicht alle Bücher in elektronischer Form angeboten.

Wie schaut es mit Foto-Büchern aus – wie beispielsweise den Bestsellern aus der Kochbuch-Ecke. Glauben Sie daran, dass künftig ein Kindle neben dem Herd liegen wird?

Technisch sind hier noch Grenzen gesetzt. Aufwändig illustrierte coffee table-books eignen sich momentan noch nicht für das e-book. Textlastige Bücher aus den Bereichen Belletristik sind technisch sicher einfacher zu konvertieren. Aber wer weiß, was technologisch in den nächsten Jahren passieren wird?

Wie wird die Preisstruktur des neuen Angebotes aussehen? Werden e-books zum gleichen Preis vertrieben wie klassische Bücher?

Unser aktueller Vorstoß soll den Leser für das neue Medium interessieren und bleibt deshalb bis auf Weiteres gratis. Danach müssen elektronische Bücher sicher preisgünstiger als konventionelle "Papierbücher" angeboten werden. Das ist jedenfalls die Erwartungshaltung des Nutzers.

Wie kann ich die neuen e-books lesen? Was muss ich kaufen? Wie viel Geld muss ich ausgeben?

Die neuen e-books können beispielsweise auf einem Sony e-reader oder auf dem Amazon Kindle gelesen werden. Das sind die beiden gängigsten Gerätetypen. Dazu muss ich die Textdatei von einem Computer auf mein Endgerät herunterladen. Die Preise für solch eine elektronische Wunderkiste liegen zwischen 200 und 250 Euro - Tendenz fallend. Natürlich kann der Leser sein e-book aber auch direkt auf dem Bildschirm seines Computers lesen.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Joseph Muller meint:
    02.03.2010, 10:36 Uhr
    "Danach müssen elektronische Bücher sicher preisgünstiger als konventionelle "Papierbücher" angeboten werden. Das ist jedenfalls die Erwartungshaltung des Nutzers."
    Dat sollten ons Dageszeidongen och maachen. Reklammen däerfe vu mir aus och do gemaach ginn.
    An da brauch ech net all Dag Zeg-Säiten an d'Poubelle ze geheien, déi ech net gelies hunn.
    A firwat net, dann nëmmen dat bezuelen, wat een interesséiert an een sech erofgelueden huet?