Der Krimi “Rousegäertchen Komplott” ist das erste Luxemburger Buch, das als e-book angeboten wird – gratis und ohne Kopierschutz. Das Buch von Monique Feltgen kann ab sofort herunter geladen und auf epub-fähigen Endgeräten wie dem Kindle und dem Ereader von Sony gelesen werden. wort.lu unterhielt sich mit Dirk Sumkötter, dem Leiter des Saint-Paul-Verlages über diesen Schritt in die Buch-Zukunft.
Interview: Fern Morbach
Berührungsängste gibt's nicht, aber es ist schon ein komisches Gefühl, einen Buchtext auf solch einem Gerät zu lesen. Man gewöhnt sich allerdings relativ schnell daran. Letzten Endes muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Texte er auf einem e-reader lesen möchte. Persönlich bevorzuge ich nach wie vor das klassische "Papierbuch".
Wir möchten mit dem landesweit ersten e-book zeigen, dass wir den Trend zur elektronischen Publikation ernst nehmen und bewusst mit vollziehen. Natürlich wollen wir ebenfalls beweisen, dass unser Verlagshaus die neue Technologie umzusetzen vermag. Sicher werden in einer ersten Phase nur wenige Leser unser e-book-Angebot nutzen. Mittelfristig werden diesem Markt allerdings große Wachstumschancen attestiert; das zeigen entsprechende Studien im Ausland.
Auch wenn e-publishing sich neu im Markt etabliert, werden wir auf absehbare Zeit ein klassischer Buchverlag bleiben. Wir betrachten das e-book-Segment derzeit eher als ein zusätzliches ergänzendes Geschäftsmodell, das noch in den Kinderschuhen steckt. Abhängig vom Buchgenre werden sicher nicht alle Bücher in elektronischer Form angeboten.
Technisch sind hier noch Grenzen gesetzt. Aufwändig illustrierte coffee table-books eignen sich momentan noch nicht für das e-book. Textlastige Bücher aus den Bereichen Belletristik sind technisch sicher einfacher zu konvertieren. Aber wer weiß, was technologisch in den nächsten Jahren passieren wird?
Unser aktueller Vorstoß soll den Leser für das neue Medium interessieren und bleibt deshalb bis auf Weiteres gratis. Danach müssen elektronische Bücher sicher preisgünstiger als konventionelle "Papierbücher" angeboten werden. Das ist jedenfalls die Erwartungshaltung des Nutzers.
Die neuen e-books können beispielsweise auf einem Sony e-reader oder auf dem Amazon Kindle gelesen werden. Das sind die beiden gängigsten Gerätetypen. Dazu muss ich die Textdatei von einem Computer auf mein Endgerät herunterladen. Die Preise für solch eine elektronische Wunderkiste liegen zwischen 200 und 250 Euro - Tendenz fallend. Natürlich kann der Leser sein e-book aber auch direkt auf dem Bildschirm seines Computers lesen.