(jw) - Es gehört im Ballonsport zu den extremsten Events überhaupt, und in diesem Jahr waren mit Carlo Arendt und seinem Team auch Luxemburger dabei. Die Rede ist vom “International Hot Air Balloon Adventure” - einem Ballonfahrer-Treffen in Levi, Lappland, etwa 200 Kilometer oberhalb des Polarkreises.
Zum vierten Mal wurde das kleine Treffen in Levi ganz hoch im Norden Finnlands ausgetragen. 13 Teams aus Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Finnland hatten sich für das Abenteuer angemeldet, das vom 10. bis 18. Februar stattfand. Für den professionellen Ballonfahrer Carlo Arendt aus Altwies war es die erste Teilnahme.
Bereits die Überfahrt ins 3500 Kilometer entfernte Levi war eine kleine logistische Meisterleistung. Gemeinsam mit drei anderen Ballons dauerte der Materialtransport drei Tage. Die Familie Arendt reiste per Flugzeug über Frankfurt, Helsinki zum kleinen Flughafen des Städtchens Kiitilä, etwa 17 Kilometer von Levi entfernt. Jedes Team bezog eine typische Holzhütte mit offenem Feuer und obligatorischer Sauna.
Am ersten Starttag mussten die Luxemburger sich mit den extremen Kältebedingungen von minus 32 Grad vertraut machen. Für das mitgebrachte Material bedeutete dies einen Belastungstest unter einzigartigen Bedingungen. “Das Gas war wegen der Kälte nicht mehr flüssig, wir mussten Stickstoff hinzufügen. Dafür waren wir viel schneller oben und der Verbrauch war um die Hälfte geringer als in Luxemburg”, sagte der erfahrene Ballonfahrer Carlo Arendt im Gespräch mit wort.lu.
In der Luft herrschten dank Windstille zwar “angenehmere” Temperaturen, doch musste man auf Spezialkleidung zurückgreifen. Dazu gehörten spezielle Unterwäsche, Skibekleidung und ein Thermo-Overall. Gelandet wurde meistens auf zugefrorenen Seen, also weitab von jeden Straßen. Die Serviceteams brauchten zwei Stunden und länger, um das Material mit Motorschlitten abzuholen.
Doch abgesehen von den vielen Schwierigkeiten gerät Carlo Arendt ins Schwärmen, wenn er von der ersten Fahrt spricht: “Die erste Fahrt in einem neuen Land, ist meistens die Schönste. Man entdeckt die Landschaft, das gewaltige Skigebiet, die endlose Weite, Millionen von Tannen, hunderte von zugefrorenen Seen, wilde Elche und Renntiere”, beschreibt er sein Erlebnis. Im Laufe des Treffens waren die Luxemburger insgesamt sechs Mal in der Luft, zudem beteiligten sie sich auch am Nightglow – bei minus 27 Grad keine leichte Aufgabe. Zu den Highlights gehörte ebenfalls eine Fahrt mit dem Huskyschlitten.
In Levi kam es dann etwas überraschend zu einem Treffen mit Luxemburger Urlaubern. Georges Noesen aus Fentingen machte dort mit seiner Frau und Tochter bereits zum vierten Mal Urlaub und tauschte sich natürlich mit den Luxemburger Ballonfahrern aus. Die Luxemburger Urlauber durften am nächsten Tag sogar mit in den Korb steigen und an einer abenteuerlichen Fahrt teilnehmen, die außerplanmäßig am Flughafen von Kittilä endete.
“Es war ein tolles Event. Wir haben viel dazu gelernt, tolle Fahrten, neue Kollegen kennengelernt und kommen mit dem Kopf voller Bilder nach Hause. Das Nordlicht, das ist ein aboluter Muss. Und wir hatten viele davon!” ,schwärmt Carlo Arendt von seinem Aufenthalt “am Ende der Welt”. Und so wie es aussieht, ist die Familie Arendt auch wieder im nächsten Jahr vom 9. bis 17. Februr in Levi dabei.
Am Montagabend sendet RTL Lëtzebuerg eine Reportage über die Teilnahme am Hot Air Balloon Festival 2010