(raz) - Noch vor drei Jahren war die Zahl der Luxemburger in der Hauptstadt im freien Fall. Jetzt hat sich die Entwicklung leicht geändert: am 31. Dezember 2009 hatten 32 220 der insgesamt 91 857 Bürger die Luxemburger Nationalität – Ende 2008 waren es 31 194 Luxemburger gewesen. Somit wurde nicht nur der Abwärtstrend gebremst, sondern die Kurve steigt wieder sehr leicht an.
Die Zahl der nicht-luxemburgischen Bürger steigt allerdings weitaus stärker an. Doch obwohl das Verhältnis zwischen Luxemburgern und Nicht-Luxemburgern in der Hauptstadt bei 35 zu 65 Prozent liegt, geht es laut Bürgermeister Paul Helminger „im internationalen Vergleich bemerkenswert ruhig über die Bühne“. Helminger zeigte sich gestern beim „City Breakfast“ erfreut über eine rezente Analyse des deutschen „Manager Magazin“ über die Lebensqualität, wo die Stadt Luxemburg den ersten Platz vor dem Landkreis München, Ingolstadt und Warschau (Polen) erreichte.
Das „Manager Magazin“ ist in der Tat voll des Lobes über die Luxemburger Hauptstadt: „Junge, wachsende Bevölkerung mit sehr hohem Bildungsstand, hohes Einkommensniveau, große Wirtschafts- und Beschäftigungsdynamik, sehr hohe Produktivität“, schreibt das Magazin in einem Vergleich zwischen 25 europäischen Regionen.
Viele Menschen wissen die hohe Lebensqualität dann auch zu schätzen: Im Jahr 2009 verließen zwar 9 271 Menschen die Hauptstadt (5 609 zogen in eine andere Gemeinde um und 3 662 zogen ins Ausland bzw. kehrten dorthin zurück), doch 12 223 Personen ließen sich in der Stadt nieder (3 486 zogen aus einer anderen Gemeinde um und 7 340 kamen aus dem Ausland). Viel Bewegung gibt es auch innerhalb der Gemeinde Luxemburg: 7 498 Personen zogen 2009 an eine andere Adresse in der Stadt.
Die mobile und wachsende Bevölkerung schafft laut Helminger allerdings organisatorische Herausforderungen – z.B. die Bereitstellung von Kindertagesstätten. Und es bestehe weiter Handlungsbedarf, was die Wahlbeteiligung betrifft: Mehr Nicht-Luxemburger müssten an den Wahlen teilnehmen, damit nicht die Minderheit über die Mehrheit entscheidet. Die Gesamtbevölkerung der Hauptstadt hat sich seit 1994 um rund 15 000 Personen erhöht. Die heute 91 857 Einwohner verteilen sich auf 156 Nationalitäten, davon 86 838 Europäer, 1 963 Asiaten, 1 389 Afrikaner und 76 Personen aus Ozeanien – plus 44 Staatenlose und 94 Menschen mit unbestimmter Nationalität. Alles in allem macht das 53 810 Haushalte.