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Sportfischerei
21.02.2010 08:48 Uhr

„Die Zukunft sieht sehr schlecht aus“

Der Fischfang an der Luxemburger Mosel geht stark zurück

Jeroen van der Hoef


Foto: Sabina Palanca

Wenn die Sportfischervereine in diesen Wochen ihre Bilanzen vom vergangenen Jahr ziehen werden, werden diese meistens nicht positiv ausfallen. Der Hauptgrund: Die Mitglieder fangen an der Luxemburger Mosel nicht mehr so viel Fische, wie dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Das „Luxemburger Wort“ fragte bei Ed. Schumacher, dem Vizepräsidenten des Sportfischerverbandes FLPS, nach, worauf diese Tendenz zurückzuführen ist und wie die Zukunft der Hobbyangler grundsätzlich aussieht.

Wer gerne in seiner Freizeit an der Luxemburger Mosel angelt, muss immer stärker damit rechnen, dass er mit leeren Händen wieder nach Hause geht. Auf die Frage, wie momentan die Situation der Sportfischer aussieht, antwortet Ed. Schumacher mit einem Wort. „Schlecht.“ Und fügt dann hinzu: „Es wird nicht viel Fisch gefangen. Die Fänge waren in den vergangenen zwei Jahren miserabel. Bei den Wettbewerben geht oft jeder zweite Teilnehmer leer aus.“

Nach drei Stunden keinen einzigen Fisch gefangen

Wer die Statistiken der Sportfischer-Wettbewerbe genauer ansieht, kann den Frust der Petri-Jünger nachvollziehen. Bei der „Péiteschfeier“ im vergangenen Jahr blieben knapp 60 Prozent der Teilnehmer nach drei Stunden komplett erfolglos (siehe Grafik). Bei anderen Veranstaltungen lag die Quote der erfolgreichen Fischer (knapp) über der 50-Prozent-Marke, aber die Ausbeute war unter dem Strich alles andere als zufriedenstellend. Bei manchen Anglern zuckte der Schwimmer dagegen kein einziges Mal.

„Vor etwa zehn Jahren war die Situation noch optimal“, erinnert sich Schumacher. In den vergangenen Saisons nahm der Fischfang stark ab. „Natürlich hat man vor zehn Jahren mal nichts gefangen. Auch heute gibt es durchaus erfolgreiche Tage, doch das sind Ausnahmen“, sagt Schumacher.

Zahl der Sportangler rückläufig

Die Gründe sieht der FLPS-Vizepräsident in erster Linie in den natürlichen Feinden der Moselfische. „Die Kormorane essen täglich im Durchschnitt rund 500 Gramm Fisch. Heute sieht man weniger Kormorane – wahrscheinlich, weil es kaum noch Fisch gibt.“ Welse und Rapfen seien hungrige Raubfische, die den Fischbestand ebenfalls drücken. Darüber hinaus fehlen Laichplätze für die Moselfische. Verschmutztes Wasser durch fehlende Kläranlagen spielt ebenso eine Rolle, auch wenn nach der Inbetriebnahme der (geplanten) Abwassersysteme in Besch (D) und Mertert nicht abzusehen sei, ob sich die Situation für die Sportfischer ändert.



Foto: Teddy Jaans
Geduld erwünscht: Der Fischfang an der Luxemburger Mosel ist häufig alles andere als zufriedenstellend.

Schließlich beeinträchtigten, so Schumacher, unter anderem die giftige und chemische Chlorverbindung PCB (Polychlorierte Biphenyle) sowie Schwermetalle die Wasserqualität der Mosel. Dass die zuständigen Behörden aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg unterschiedliche Empfehlungen über den Verzehr der Moselfische geben, stehe auf einem ganz anderen Blatt.

„Einige Vereine ziehen es auch in Erwägung, in Weihern zu fischen“, erklärt Schumacher. Die zurückgehenden Fangquoten wirken sich auch auf die Mitgliederzahl der FLPS aus. Waren 1995 noch 3 584 Mitglieder angemeldet, sind es 2009 nur noch 2 232. „Es macht uns Sorgen, dass es an Nachwuchs mangelt“, so Schumacher. „Wie soll man Jugendliche fürs Sportangeln begeistern, wenn kaum noch Fisch gefangen wird?“ Schumacher sieht allerdings auch die veränderten Interessen der Jugendlichen in den vergangenen Jahrzehnten als Grund für die Abnahme.

Schumacher spricht natürlich auch mit erfahrenen Sportfischern über dieses Thema und die Zukunft. „Wenn es so weitergeht, fängt man in 20 Jahren an der Luxemburger Mosel gar nichts mehr. Andere sprechen sogar von zehn Jahren, aber momentan ist eine treffende Vorhersage auch nicht möglich. Ich denke aber auch, dass die Zukunft sehr schlecht aussieht.“

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Jim Meisch meint:
    22.02.2010, 16:03 Uhr
    Di aal Leier mat de Kormorane .....