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„Stréimännchen"
18.02.2010 07:32 Uhr

Ade Karneval, willkommen Frühling

Ausgelassene Stimmung und Trauer beim traditionellen Zug durch Remich



Foto: Gerry Huberty
In den Straßen und Gassen wurde um die Strohpuppe herum getanzt.



Foto: Gerry Huberty
„Jetzt ist es vorbei“: Das „Stréimännchen“ geht auf der Grenzbrücke in Flammen auf.

von Jeroen van der Hoef

Alle Jahre wieder: Am Aschermittwoch wird auf der Grenzbrücke in Remich das „Stréimännchen“ verbrannt und damit nicht nur das Ende der fünften Jahreszeit begangen, sondern auch der Frühling begrüßt. Hunderte Zuschauer ließen es sich am Mittwochabend nicht nehmen, das Spektakel zu verfolgen.

Mit einem karierten Hemd, einer Krawatte, einer dunkelblauen Hose, einer orangefarbenen Jacke, Handschuhen und schwarzen Schuhen trat das „Stréimännchen“ vom „Café Fuesend's“ in der Route de Luxembourg aus seine letzte Reise an. Dabei durften die leere Sektflasche und das bargeldlose Portemonnaie, die vom ausgiebigen Feiern in den vergangenen Tagen zeugten, nicht fehlen.

Kinder und Jugendliche tanzten durch die Straßen und Gassen und machten somit für den Hauptdarsteller des Abends den Weg frei. Im Schlepptau hatte die Puppe aus Stroh die Musikanten der Harmonie municipale Concordia Remich, die pausenlos das Musikstück „Cramignon“ spielten. Zahlreiche Besucher folgten dem Zug vom Treffpunkt aus durch die Rue de la Gare, über den Hierzigsbierg, die Rue St-Nicolas, über die Esplanade, die Place Dr. Fernand Kons, die Rue Maacher bis zur Kreuzung an der Grenzbrücke, wo zum letzten Mal um das „Stréimännchen“ herum getanzt wurde.

Freude wich der Besonnenheit

Dann kippte die Stimmung schlagartig. Die ausgelassene Freude wich der Besonnenheit und der Trauer. Viele Passanten begleiteten die Strohpuppe zur Mitte der Brücke, während die Harmonie „Muss i denn zum Städtele hinaus“ anstimmte. „Jetzt ist es vorbei“, trauerten einige Narren und Närrinen, als das „Stréimännchen“ mit Benzin übergossen, aufgestellt und schließlich mit zwei Fackeln angezündet wurde.

Im Nu brannte die Puppe lichterloh. Viele Schaulustige filmten mit Handys und Kameras die letzen Augenblicke des „Stréimännchens“. Nach wenigen Minuten stürzte es in die Mosel. Was blieb, war ein kleines loderndes Feuer, das ganz langsam moselabwärts trieb.

Mit diesem Akt wurden die bösen Geister des Winters, die fünfte Jahreszeit verabschiedet und der Frühling begrüßt. Mit „gebake Fësch“, Moselwein und „Gromperekichelcher“ ließen die Besucher den Aschermittwoch dann noch ausklingen.

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