(vb) – Luxemburg will sich nicht von der umstrittenen Anschaffung des Militär-Airbus A400M abhalten lassen. "Auch wenn dies eine zusätzliche finanzielle Belastung in noch zu verhandelnder Höhe bedeutet, hält Luxemburg an seiner Beteiligung fest", heißt es in einer Mitteilung von Armeeminister Halsdorf.
In einer parlamentarischen Anfrage wollte DP-Fraktionschef Xavier Bettel wissen, ob Luxemburg seine Flugzeugbestellung nicht reduzieren wolle. In der Antwort des Armeeministers heißt es lakonisch: "Luxemburg hat nur einen A400M bestellt. Die Reduzierung dieser Zahl ist ein Szenario, das nicht verfolgt wird."
Luxemburg ist eines von sieben Ländern, die den Auftrag an den europäischen Flugzeugkonstrukteur EADS und seine Tochter Airbus über 180 Flugzeuge erteilt haben. Wegen Schwierigkeiten bei der Entwicklung gab es immer wieder Verzögerungen und Budgeterhöhungen. So sollte der erste Probeflug bereits Anfang 2008 stattfinden. In Wirklichkeit gelang dies erst im Dezember 2009.
Finanziell entwickelt sich der Militärtransporter zum Groschengrab. Zuletzt forderte EADS 4,4 Milliarden Euro mehr für den Auftrag über 180 Maschinen. Die Länder handelten diese Forderung auf zwei Milliarden herunter. Luxemburg bezahlt bis zu 30 Millionen Euro mehr. Ursprünglich lautete die Rechnung für den einen A400M unter Luxemburger Flagge auf 120 Millionen Euro.
Nach Ansicht von Minister Halsdorf braucht das Großherzogtum den Militär-Airbus weiterhin und spricht trotz der gestiegenen Kosten von einem "sehr interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis". Das Flugzeug solle der Armee für Militärtransporte und humanitäre Einsätze dienen.
Einen Ausstieg der sieben Länder aus dem Vertrag ist laut Halsdorf unwahrscheinlich, aber dennoch juristisch möglich. Wenn die Verhandlungen über frisches Geld für EADS scheitern, können die Länder noch bis zum 31. März den Vertrag auflösen.