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Weinbautag in Wormeldingen
04.02.2010 06:46 Uhr, aktualisiert 04.02.2010 08:56 Uhr

Zusammenarbeit zwischen Winzern "nicht vorhanden"

Auch beim diesjährigen Weinbautag wird eine bessere Vermarktung von Produkt und Region gefordert.


Das Video vom Weinbautag



Foto: Jeroen van der Hoef
Ein angedachter Ausbau des „Centre mosellan“ von Ehnen war eines von vielen Themen.



Foto: Jeroen van der Hoef
Rund 150 Teilnehmer aus dem Weinbausektor verfolgten die Vorträge im Kulturzentrum von Wormeldingen.



Von Jeroen van der Hoef

Wie funktioniert das Peronospora-Frühwarnsystem? Was sind die Ergebnisse der Untersuchungen zur Fäulnisvermeidung? Wie schmeckt ein Luxemburger Sauvignon Blanc im Vergleich zu einem aus Frankreich oder Südafrika? Auf diese und andere Fragen gab es eine Antwort beim zweiten Weinbautag, der am Mittwoch im Kulturzentrum von Wormeldingen stattfand.

Rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Weinbausektor sowie weitere Interessenten besuchten den zweiten Weinbautag. Damit wurde die Zahl der Zuhörer von der Premiere im vergangenen Jahr erreicht, als diese im Weinbau-Institut (IVV) von Remich veranstaltet wurde. „Der Erfolg des ersten Weinbautages und die Notwendigkeit, die Winzer in schweren Zeiten über den Weinbau zu informieren, sind Motivation genug, diesen Tag als festen Bestandteil im Sinne der Weiterbildung zu organisieren“, sagte Marc Weyer, Präsident des Winzerverbandes.

Verkauf: minus 9,7 Prozent

Die weltweite Finanzkrise habe auch den Weinbau nicht verschont. Der Verkauf von Luxemburger Wein, Crémants und Schaumweinen sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent zurückgegangen. Auch die streng durchgeführten Alkoholkontrollen auf den Straßen im Großherzogtum und das verbesserungsfähige Angebot des öffentlichen Transports außerhalb des Berufsverkehrs seien einige Gründe für diesen Rückgang.

Es sei an der Zeit, neue Wege zu beschreiten. Dafür sei aber eine Zusammenarbeit im Winzerberuf notwendig und diese sei, so Weyer, „um es optimistisch auszudrücken nicht wirklich gut oder, realistisch gesehen, im Moment nicht vorhanden“. Eine Maßnahme, dem Trend entgegen zu steuern, sei die Aufwertung des Önotourismus – ein Thema, das besonders im Vormittagsprogramm zum Zuge kam.

Region besser vermarkten

Weinbauminister Romain Schneider sagte in seiner Ansprache unter anderem, dass Wein und Tourismus einheitlich als Produkt verkauft werden müssten. Philippe Eschenauer, Verantwortlicher des Leader-Büros „Miselerland“, René Sertznig, Direktor der „Entente touristique de la Moselle“, und Marc Weyer sprachen sich ebenso für eine verbesserte Vermarktung der Region an der Luxemburger Mosel mit einem ausgebauten „Centre mosellan“ in Ehnen aus – wie auch Tourismusministerin Françoise Hetto-Gaasch. Sie forderte, dass alle Akteure an einem Strang ziehen.

Weitere Themen während des zweiten Weinbautages waren „Wetterstationen und ein flächendeckendes Peronospora-Frühwarnsystem“, (Wilfried Zipse von DLR Mosel), „Betriebswirtschaftliche Analyse im Weinbau und Kellerwirtschaft“ (Gérard Conter und Leo Feyder vom „Service d'économie rurale“), „AOP, IGP, Pflichtangaben“ (Marc Kuhn, Weinkontrolleur im IVV), „Ergebnisse der Untersuchungen zur Fäulnisvermeidung“ (Daniel Molitor, Centre de recherche public Gabriel Lippmann), „Kompetenzzentrum und Guichet unique“, (Robert Ley, IVV-Direktor), „Vorstellung des Systemvergleichs konventioneller, organisch-biologischer und biologisch-dynamischer Weinbau“ (Georg Meissner von der Forschungsanstalt Geisenheim) und „Absterbeerscheinungen bei Reben“ (Serge Fischer, IVV-Weinbauberater).

Zum Schluss der Veranstaltung wurde nicht der übliche Ehrenwein ausgeschenkt, sondern alle Gäste wurden auf eine Verkostung von internationalen Sauvignon Blanc- und Merlot-Weinen eingeladen. Seit einigen Jahren wachsen im Weinberg des IVV diese Sorten, die auf Wunsch vieler Weinproduzenten nun mit Tropfen aus den USA, Italien, Österreich, Frankreich, Südafrika und der deutschen Mosel verglichen werden konnten. Eine CD-Rom mit sämtlichen Power-Point-Präsentationen dieses Weinbautages kann kostenlos beim Winzerverband angefordert werden unter der E-Mail-Adresse wenzer@pt.lu.

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