Mars Di Bartolomeo ist ein echter Politkünstler, das wissen wir. Der Mann kann reden! Stundenlang kann der reden. Ohne viel zu sagen. Heute hören wir wieder, dass unsere Rente nicht bis in alle Ewigkeit sicher ist. Es sei denn, ja es sei denn, der Mars findet noch eine Zauberformel. Ende des Jahres sollen Vorschläge zur Reform der Altersvorsorge auf dem Tisch liegen. Ein höheres Renteneintrittsalter hat MDB schon einmal vorsorglich zum Tabu erklärt. Höhere Beiträge? Nicht ideal aber auch nicht ganz auszuschließen. Rentenkürzungen? Um Gottes Willen! Für die nächsten Jahre reichen die Reserven ohnehin noch locker aus und wie der redselige MDB mit Reserven umzugehen versteht, machte er uns mit der defizitären Gesundheitskasse vor.
Xavier Bettel von der Dornröschen-Partei DP möchte nicht in die Tripartite eingebunden werden. In einem Brandbrief an den Kammerpräsidenten beschwert er sich bitterlich, dass Laurent Mosar beim Neujahrsempfang vor zwei Wochen (!) ebendies gefordert hatte. Bettel reicht es, wenn er hinreichend informiert wird. Was in seinem Fall in der Tat bereits ein Fortschritt wäre. Michel Wolter, seines Zeichens CSV-Präsident, hätte es lieber gesehen, wenn die Abgeordneten mit am Tripartite-Tisch sitzen könnten. Eine Quadripartite eben. Womit er schnurstracks seinem neuen Chef Jean-Louis Schiltz in die Parade fährt, der eine solche Mitwisserschaft der Abgeordneten weit von sich gewiesen hatte. Der Premier hat derweil mit seinen Beichtstuhlgesprächen begonnen.
Juncker versucht im Vorfeld der Tripartite das verminte Terrain zu sondieren. Gegenüber sitzt Arbeitgeber-Schreck Robert Weber. Während die einen Abgeordneten noch darüber philosophieren, ob sie nun und wenn ja wie eng an der Tripartite beteiligt werden sollen, schafft Herr Weber Fakten.
„Die DP ist dort, wo der Fortschritt ist“, sagt Präsident Claude Meisch im „Journal“. Fragt sich bloß, wo der Fortschritt sich gerade so herumtreibt, sonst können wir die Dornröschen-Partei ja nicht finden. Und dann wird es noch komplizierter, denn: „Es ist nicht immer alles Fortschritt, was als Fortschritt verkauft wird“, erklärt Meisch weiter. Wenn wir die DP also endlich gefunden haben, laufen wir vielleicht Gefahr, dass dort alles nur Schall und Rauch ist.
Michel Rocard, ein weiser Sozialdemokrat, sagt den Sozialisten der Arbeiterpartei weitere dunkle Jahre voraus: Durch sieben Krisen müsst ihr gehen. Erst dann gehen dem Volk die Augen auf und es wird die sozialdemokratische Weltsicht umarmen. In Frankreich habe die LSAP-Schwesterpartei falsch gemacht, was falsch zu machen war. Dann nehmt euch mal kein gutes Beispiel Kameraden.