(mk) - Seit 1973 erforscht die Europäische Kommission zwei Mal jährlich die Meinung der Bürger der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie der drei Beitrittskandidaten. Das rezente Eurobarometer mit Nummer 72, das zwischen dem 23. Oktober und dem 18. November 2009 vom Umfrageinstitut TNS Ilres durchgeführt wurde, zeigt einen leichten Rückgang der pessimistischen Einstellung bezüglich der wirtschaftlichen Lage in Luxemburg auf. Laut den Experten blickt die Bevölkerung des Landes wieder etwas positiver in die Zukunft.
Insgesamt 502 Personen wurden befragt, davon 62 Prozent Luxemburger. Die Zufriedenheit stieg allgemein betrachtet seit 2008 im Gegensatz zu den Nachbarländern an. Die Luxemburger sähen es als positiv an, wenn es ihnen weniger schlecht gehe, meinte Charles Margue, Direktor für Studien bei TNS Ilres.
96 Prozent gaben an, zufrieden mit ihrem aktuellen Leben zu sein. Rund 60 Prozent glaubten nicht an wesentliche Änderungen, 30 Prozent konnten sich eine Besserung vorstellen, während knapp 10 Prozent große Ängste in Bezug auf die folgenden 12 Monate äußerten. Dies verdeutliche den gemäßigten Optimismus auf der einen Seite der Gesellschaft gegenüber einen Minderheit, die unter den Auswirkungen der Krise leide, so Margue.
Preiserhöhungen, die steigende Arbeitslosigkeit, das Schulsystem und die wirtschaftliche Lage besorgten die Befragten am meisten. Erst dann folgten das Wohnungs- und das Gesundheitswesen. Zwei Drittel waren darüber hinaus mit ihrer beruflichen Situation zufrieden. 61 Prozent meinten jedoch, dass was die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt angehe, das dicke Ende noch kommen werde. Viele würden gerne an eine Besserung glauben, seien sich aber bewusst, dass die gewohnte Dynamik nicht aufrechterhalten werden könne, so Margue. Sie würden sich demnach stärker über die Ausbildung ihrer Kinder und das Wohnungsangebot sorgen.
Um die Auswirkungen der Krise zu meistern müsse die Regierung besonders kleine und mittlere Betriebe unterstützen. Wichtig sei es auch, in Ausbildung und Forschung zu investieren und Armen sowie Arbeitslosen die nötige Unterstützung zukommen zu lassen.
90 Prozent der Befragten fanden, dass die Demokratie im Lande gut funktionieren würde. Zwar schenken nur 40 Prozent den Parteien Glauben, aber zwei Drittel sprachen der Regierung ihr Vertrauen aus.
Drei Viertel der Befragten sind mit der Mitgliedschaft Luxemburgs in der EU zufrieden, Luxemburg nimmt somit den Spitzenplatz unter den Mitgliedstaaten ein. Die EU ist in den Augen von einem Drittel auch am besten geeignet, um effizient gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise anzukämpfen. Ein große Mehrheit ist allerdings gegen eine zukünftige Erweiterung. Auch müsse der Dialog zwischen den Bürgern der EU und deren Institutionen deutlich verbessert werden.
Um das Wachstum nachhaltig zu sichern, müsse die EU verstärkt auf innovative Industriezweige und Forschung sowie umweltfreundliche Güter und Serviceleistungen setzen. Die Schaffung eigener Betriebe solle mehr gefördert werden, genauso wie die Landwirtschaft. Weltweit müsse die EU sich stärker gegen Armut und für mehr Frieden engagieren. Sie sei auch verpflichtet, den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken und die Menschenrechte und die Demokratie voranzutreiben.
Was die Wertevorstellungen angeht, so standen Frieden, der Respekt gegenüber dem Menschen und die Menschenrechte an oberster Stelle.