„We want our money back“, poltert Chefkamerad Alex Bodry beim Neujahrsumtrunk der LSAP. Die Sozialisten wollen „ihr“ Geld – was eigentlich das Geld der Steuerzahler ist – von den Banken zurück. Barack Obama soll etwas Ähnliches gesagt haben. Oha! Das wissen wir aber besser. „I want my money back“, ist nahezu urheberrechtlich geschützt. Die gute alte Maggy Thatcher brüllte diesen Satz frühmorgens dem EU-Kommissionspräsidenten ins Telefon. Am anderen Ende der Leitung saß damals unser Gaston Thorn. Der Arme. Die Eiserne Lady hatte es satt, Geld in die französische Landwirtschaft zu pumpen. Den Briten- Rabatt gibt es heute noch. Ob die Banken einem Bodry-Rabatt zustimmen werden, wird sich zeigen.
Wer anderen eine Grube gräbt, soll angeblich selbst hineinfallen. Lydie Polfer macht heute die Probe aufs Exempel. Im Namen der Dornröschen-Partei DP reicht die ehemalige Chefdiplomatin einen alten Abtreibungsgesetzvorschlag von Namensvetterin Lydie Err erneut im Parlament ein. Das Manöver ist leicht zu durchschauen. Die LSAP soll in die Bredouille gebracht werden. Entweder stimmen die Sozialisten am Ende mit dem Koalitionspartner und gegen den Err-Vorschlag oder umgekehrt. Die Absicht ist klar, die CSV soll vorgeführt werden. Aber Madame Err zeigt sich eher unbeeindruckt. Die Biltgen-Vorlage sei doch eine gute Diskussionsbasis. Sollte die Dornröschen-Partei noch glauben, Abtreibung sei der Inbegriff einer fortschrittlichen Politik, täten die Liberalen gut daran, doch einmal die Obama-Rede an der Notre-Dame-Universität nachzulesen. Dem Niveau der Debatte wird es nicht schaden.
Wo wir bei Obama sind. Ein Jahr ist er nun schon im Amt. Zur Feier des Tages schickt Kennedy-Land einen Republikaner in den Senat. In Luxemburg begeht Jean-Claude Juncker an diesem Tag sein 15. Amtsjubiläum. Drei Präsidenten der USA, drei deutsche Bundeskanzler, drei französische Staatspräsidenten, drei britische Premierminister, zwei Päpste und unzählige Regierungswechsel in Belgien hat unser Premier in diesen Jahren erlebt. Das nennt sich stabile
Kontinuität. The best is yet to come, wünschen wir von hier aus.
Das Kabinett zieht sich nach Senningen zurück und verbarrikadiert sich. Das tun die Minister immer, wenn es ernst wird. Es kommen die nackten Zahlen auf den Tisch. „Intensiv“ wird am Stabilitätsprogramm gefeilt. So nennt sich das Datenmaterial, das Anfang Februar nach Brüssel geschickt werden muss und das voraussichtlich auf dem Tripartite-Tisch landen wird. Die wichtigste Tripartite aller Zeiten steht bevor, mahnte der Premier vor den Arbeitgebern am
Donnerstag. Reißt euch also zusammen und vergeigt es nicht.