(raz) - Während die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen in Luxemburg sinkt, rückt nun die Ziegengrippe (auch „Queensland-Fieber“) in die Schlagzeilen. In den Niederlanden sind in diesem Jahr sechs Menschen daran verstorben, und die Zahl der Erkrankten hat sich von 168 im Jahr 2007 auf bereits 2 300 in diesem Jahr erhöht. In Deutschland infizieren sich laut dpa jährlich 100 bis 400 Personen und auch dort gab es schon Todesfälle. In den Niederlanden werden seit gestern bis zu 40 000 Ziegen per Giftspritze getötet.
Laut Dr. Pierre Weicherding vom Gesundheitsministerium besteht in Luxemburg jedoch kein Grund zur Besorgnis. Im Großherzogtum werde die Situation überwacht und die Ziegenmilch regelmäßig im Labor analysiert. Weder bei Menschen, noch bei Tieren sei eine Infektion festgestellt worden. Die Ziegenzucht in Luxemburg unterscheide sich sehr stark von der intensiven Zucht mit Tausenden von Tieren in niederländischen Betrieben. Der nächstgelegene derartige Betrieb befinde sich in Maastricht. Transporte, die eine Gefahr darstellen könnten, gibt es nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums aber nicht.
Wer sich jedoch in kommender Zeit in den Niederlanden aufhält, sollte im Umfeld von Ziegen-Zuchtbetrieben sehr vorsichtig sein. Denn die Krankheit überträgt sich zwar nicht vom Menschen zum Menschen, doch die Sporen können laut Dr. Weicherding vom Wind bis zu zwei Kilometer weit getragen werden. Und die Krankheit ist höchst ansteckend: Während bei anderen Krankheiten Tausende oder sogar Hunderttausende Bazillen nötig sind, damit sich ein Mensch infiziert, genügen bei der Ziegengrippe schon zehn Bazillen.
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