(jot) - Die Zahl der Drogenkonsumenten in Luxemburg geht seit dem Jahr 2003 leicht zurück. Für Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo gibt es aber keinen Grund zum Zurücklehnen. Er betonte, dass die Regierung in dieser Legislaturperiode verstärkt gegen leichte Drogen wie Alkohol, sogenannte Einstiegsdrogen, vorgehen will. Zudem machte er deutlich, dass er kein Verständnis für die Kritik an der Dezentralisierung der Fixerstuben aufbringt.
„Die Behauptung, dass in verschiedenen Regionen des Landes kein Drogenproblem existiert, ist falsch“, erklärte der Gesundheitsminister. Folglich solle neben der Fixerstube in der hauptstädtischen Rue d'Alsace auch noch eine Fixerstube in Esch/Alzette entstehen. Mars di Bartolomeo wies jedenfalls darauf hin, dass die Firma Paul Wurth S.A. bisher keine rechtliche Schritte gegen die Verlegung der Fixerstube gegenüber ihren Firmensitz in die Rue d'Alsace eingeleitet hat.
An welchen Standorten im Norden des Landes eine Fixerstube errichtet werden soll, konnte der Gesundheitsminister noch nicht beantworten. „Es wird zurzeit noch untersucht, welche Angebote im Norden des Landes benötigt werden“, unterstrich er.
Aus einer Studie des „Centre de Recherche Public de la Santé“ geht hervor, dass rund 0,76 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2007 einen problematischen Drogenkonsum aufwiesen. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren es noch 0,84 Prozent. Der Drogenbeauftragte der luxemburgischen Regierung, Alain Origer, erklärt diesen Rückgang damit, dass die Anstrengungen der Regierung ihre ersten Früchte tragen.
Am Montagnachmittag wurde in diesem Zusammenhang ein externer Evaluationsbericht des nationalen Drogenaktionsplans der vergangenen fünf Jahre vorgestellt. Der Bericht, der vom niederländischen Institut Trimbos durchgeführt wurde, stellt Luxemburg im Allgemeinen gute Noten aus. So wird festgehalten, dass insgesamt 82 Prozent der 56 Projekte, die im Rahmen des Aktionsplans vorgesehen waren, umgesetzt wurden.
Das niederländische Institut spricht aber auch eine Reihe an Empfehlungen aus. So rät es beispielsweise dazu, die heroingestützte Behandlung in Luxemburg einzuführen. „Demnächst wird ein Pilotprojekt starten, bei dem eine beschränkte Anzahl an Drogenabhängigen Heroin verabreicht bekommt“, kündigte der Gesundheitsminister in Bezug auf diese Empfehlung an.
Für die Jahre 2010 bis 2014 soll Mars di Bartolomeo zufolge jedenfalls ein weiterer Aktionsplan ausgearbeitet werden, in dem die Empfehlungen des niederländischen Instituts berücksichtigt werden sollen.