(mk) - Die Antikorruptionsorganisation „Transparency International“ hat am Dienstag ihren Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) in Berlin veröffentlicht. Dieser misst den Grad an Korruption, den Bürger bei Beamten und Politikern verspüren. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, der sich auf verschiedene Experten- und Unternehmensumfragen stützt.
180 Länder wurden unter die Lupe genommen. Luxemburg platzierte sich 2009 mit 8,2 Punkten auf Rang 12. Die höchsten Punktzahlen erreichten Neuseeland (9,4 Punkte), Dänemark (9,3), Singapur (9,2), Schweden (9,2) und die Schweiz (9,0). Deutschland kam mit 8 Punkten auf Rang 14. Diese guten Resultate werden als Indikatoren für politische Stabilität, solide politische Institutionen und bewährte Konfliktlösungsmechanismen gewertet.
Der Großteil der Länder erreichte auf einer Skala von 0 (als sehr korrupt wahrgenommen) bis 10 Punkten (wenig korrupt) weniger als fünf Punkte. Am Ende der Korruptionsliste finden sich vor allem von Kriegen erschütterte Länder, in denen Konflikte zum Tagesgeschäft gehören. Dazu gehören Somalia (1,1 Punkte), Afghanistan (1,3), Myanmar (1,4) sowie der Sudan (1,5) und Irak (1,5).
Laut „Transparency International“ erhöhe die Wirtschaftskrise die Anfälligkeit für Korruption. Um an Aufträge zu kommen, würden immer mehr Firmen Risiken eingehen und sich auch auf Bestechung einlassen. Industrieländer und insbesondere die Finanzzentren, wo durch Korruption erlangte Gelder ein sicheres Versteck finden würden, dürften sich nicht auf leere Phrasen beschränken. Anstatt international gegen die Korruption vorzugehen, würden sie durch rechtliche Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel das Bankgeheimnis, die Anstrengungen zur Korruptionsbekämpfung oder die Rückerlangung illegal erworbenen Vermögens unterwandern.
Dauerhafte Konflikte würden zudem staatliche Strukturen zerrütten. Dadurch geriete die Korruption außer Kontrolle, was wiederum die Plünderung von öffentlichen Ressourcen sowie die Unsicherheit und Rechtlosigkeit verstärken würde.