H1N1-Grippevirus
26.10.2009 08:33 Uhr, aktualisiert 27.10.2009 07:45 Uhr

Erste Impfungen am Dienstag

Freiwillige Immunisierung gegen die Schweinegrippe für Risikogruppen startet



Foto: Gerry Huberty
Ab Dienstag bis Samstag geöffnet: Impfzentren in Esch/Alzette, Differdingen, Luxemburg , Berburg, Diekirch und Wiltz.

(c-mo) - Am heutigen Dienstag beginnt in Luxemburg die Impfung gegen den neuen H1N1-Grippe-Erreger. Schwangere, chronisch Kranke, medizinisches Personal und Menschen, die Kontakt zu Kleinkindern unter sechs Monaten haben, werden in einer ersten Phase von Dienstag bis Samstag prioritär geimpft. Erste Erfahrungen mit dem Schweinegrippe-Impfstoff zeigen, dass bereits nach wenigen Tagen ein wirksamer Schutz vor dem Erreger erreicht wird. Mitte/Ende November können dann Personen, die nicht zu den Risikogruppen gehören, sich eine Spritze gegen das neue H1N1-Virus verabreichen lassen.

Die Regierung hatte vor Monaten 700 000 Impfstoff-Dosen mit, und 15 000 ohne Wirkverstärker geordert. Dass nun jedoch die 18- bis 60-Jährigen nur eine Dosis benötigen, um gegen die Schweinegrippe immun zu sein, konnte damals niemand wissen.

Derzeit schleicht jedoch eine andere Gefahr durchs Land. Und zwar die, dass (zu) viele Personen der freiwilligen Impfung fernbleiben. Einer TNS-Ilres-Umfrage von vergangener Woche zufolge wollen sich nämlich nur sieben Prozent der Befragten impfen lassen. Angesichts der Debatte, die sich Impfgegner und -befürworter um die Gefährlichkeit der Schweinegrippe und die vermeintlichen Nebenwirkungen der Impfung liefern, ist diese Zurückhaltung verständlich.

5 000 Opfer weltweit

Doch für über 5 000 Menschen weltweit verlief das Grippevirus H1N1 bislang tödlich. Das Grippevirus könnte sogar noch viel heftiger zuschlagen, warnen Experten. Trotz erwiesener geringfügiger Nebenwirkungen (gerötete und geschwollene Haut an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen, selten Fieber) überwiegen die Impfvorteile, unterstreicht Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo gegenüber dem LW. „Der Vorteil einer Impfung ist erheblich bedeutender als das potenzielle Restrisiko“, so Di Bartolomeo.

Spitzenpolitiker und hohe Beamte werden hierzulande übrigens, wenn sie in der zweiten Impfphase an der Reihe sind, auf den Massenimpstoff mit den Wirkverstärkern vertrauen. Auch vor der Gefahr einer zweiten Schweinegrippe-Welle oder Varianten des H1N1-Erregers seien die mit dem Wirkverstärker Geimpften bis zu einem Jahr geschützt.

Folgen für die Gesellschaft hat die Schweinegrippe allemal: US-Präsident Barack Obama hat am Wochenende aus Angst vor einer massenhaften Infizierung durch den H1N1-Erreger in den Vereinigten Staaten den nationalen Notstand ausgerufen. In Frankreich wurde das Profi-Fußballspiel Marseille-Paris Saint Germain abgesagt. Der Grund: Drei PSG-Spieler sind an der neuen Grippe erkrankt.

Hinweise für Impfwillige

Den kostenlosen Impfstoff können Risikogruppen in sieben Impfzentren gespritzt bekommen. 40 Ärzte, Krankenpfleger, Gemeindebeamte sowie Ehrenamtliche von Feuerwehr und Zivilschutz kommen bis Samstag zum Einsatz. Rund eine halbe Million Euro kostet die erste Impfphase den Staat. Dafür sind die Qualitätsstandards, ob in Wiltz, Diekirch, Berburg, Luxemburg-Stadt, Differdingen oder Esch/Alzette, gleich hoch.

Eine Terminvereinbarung ist nicht nötig, Personalausweis und Sozialversicherungskarte sind jedoch erforderlich. Vor der Impfung wird eine Dokumentation – u.a. mit möglichen Nebenwirkungen – in 22 Sprachen ausgehändigt. Wer zu den Risikogruppen zählt (Kasten), sich jedoch unmöglich zur Impfung begeben kann, soll das unter der Rufnummer 8002 8080 melden. Mobile Impfteams werden zu gegebenem Zeitpunkt entsendet, heißt es.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Romain Dehm meint:
    26.10.2009, 22:16 Uhr
    In zwei oder drei Wochen,wenn die Nebenwirkungen sich zeigen werden oder auch nicht,werde ich ein Impfung ins Auge fassen.Die empirischen Tests laufen ja in Deutschland auf vollen Touren,wenn auch nur schleppend.
    Danke an die freiwilligen Probanten.