Die European Circus Association (ECA) hat am Montag angekündigt, rechtliche Schritte gegen das Verbot von Zirkustieren in der Hauptstadt einzuleiten. In Luxemburg-Stadt dürfen auf eine Entscheidung des Schöffenrats hin, seit mehreren Jahren nur mehr Haustiere bei Zirkusvorführungen eingesetzt werden, nicht aber Löwen, Tiger oder etwa Elefanten.
Wie die Pressesprecherin der Stadtverwaltung, Astrid Augustsson, gegenüber wort.lu bestätigte, wolle man die Klage des Zirkusverbandes erst einmal abwarten. Dies erlaube es auch, die Anliegen der ECA genauer unter die Lupe zu nehmen.
In einer am Montag verbreiteten Pressemitteilung spricht die ECA vom „Recht, im klassischen europäischen Zirkus gut gepflegte Tiere unter optimalen Bedingungen zu präsentieren“. In der Stadt Luxemburg und in Österreich würde dieses Recht missachtet. Die örtlichen Verbote sollten für ungültig erklärt werden. In der Alpenrepublik dürfen seit Januar 2005 nur mehr „domestizierte“ Tiere für Zirkusvorstellungen genutzt werden.
In ihrem Anliegen bestätigt sieht die ECA sich durch eine Resolution des EU-Parlaments aus dem Jahr 2005, die sich laut Pressemitteilung für eine weitere Anerkennung des klassischen Zirkus einschließlich der Präsentation von Tieren als Teil der europäischen Kultur ausspricht. Zudem habe auch die EU-Kommission festgestellt, dass ein derartiges Verbot gegen den Artikel 49 der Europäischen Vertrages zur Freiheit des Dienstleistungsverkehrs verstoße, so der ECA-Präsident Urs Pilz.
Um ihre Verpflichtung zum Tierschutz unter Beweis zu stellen, will die ECA ein Programm ausarbeiten, das den Mitgliedern erlaubt öffentliches Zeugnis über ihre Tätigkeiten abzulegen. Außerdem will man jedes Jahr einen Zirkus für hervorragende und innovative Tierhaltung auszeichnen.