(FeMo) - Vor einem Jahr kam weltweit an den Finanzplätzen eine gigantische Lawine ans Rollen. An diesem Mittwoch befasste sich in der Rue du Commerce in Luxemburg die Gewerkschaft LCGB-SESF mit den Nachwehen der Finanzkrise und stellt fest, dass sich auch der Finanzplatz Luxemburg nach wie vor in einer schwierigen Phase befinde.
Beim LCGB-SESF rechnet man vor, dass in den vergangenen 12 Monaten am Finanzplatz rund 20 Sozialpläne ausgearbeitet und wohl 1000 Arbeitsplätze abgebaut wurden.
Dazu kämen - das unterstrich Präsident Gabriel di Letizia mehrere Male - zahlreiche andere Jobs, deren Verschwinden nicht in den Bilanzen oder Personalstatistiken auftauche. Er spricht dabei unter anderem von nicht verlängerten befristeten Arbeitsverträgen und von Mitarbeitern, die auf Berater-Basis" eingestellt wurden. "Diese Kollegen dürfen nicht vergessen werden."
Di Letizia zufolge wolle man verhindern, dass der Druck in den kommenden Monaten weiter wachse. Dabei mache man sich schon Sorgen - unter anderem weil bei deutschen Banken in Luxemburg weitere Umstrukturierungen auf der Tagesordnung stünden.
Scharfe Kritik übte die Gewerkschaft ein weiteres Mal an den Plänen der RBC Dexia, die am Standort Luxemburg mehr als 100 Arbeitsplätze abbauen und aus Kostengründen ins Ausland verlegen will. An die Politik und die Regierung geht der Appell, derartigem Outsourcen einen Riegel vorzuschieben.
Positiv bewertet der Vorsitzende der rund 3000 Mitglieder zählenden Gewerkschaft die Entwicklung bei der BGL. Seit der Staat - nach einer spektakulären Rettungsaktion - Teilhaber sei, sei auch die Direktion insgesamt vorsichtiger geworden; es werde weniger Druck aufgebaut. "Wir können nicht darüber klagen, dass der Staat Teilhaber geworden ist."
Im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte die Gewerkschaft auch noch einmal, weshalb sie einer Verlängerung des derzeit gültigen Tarifvertrages für das Jahr 2010 zugestimmt hat. Darauf hatten sich LCGB-SESF, Aleba und OGBL bereits vor einigen Wochen geeinigt.