Die Location war außergewöhnlich, das Line-up solide und die Stimmung war gut. Und doch fanden am Samstag nur wenige hundert Musikfans den Weg nach Clerf, wo bei sommerlichen Temperaturen die erste Ausgabe des “Sun 'n' Moon”-Festivals stattfand.
Einen schöneren Open-Air-Platz hätte die “Entente des Syndicats d’Initiatives Du Nord“ nicht finden können: Inmitten des von Wälder umgebenen Claravallis hatten die Veranstalter des ersten “Sun 'n' Moon”-Festivals ihre Bühne aufgebaut, in Sichtweite des Clerfer Schlosses und der zahlreichen pittoresken Bauten, die das Städtchen in den Ardennen zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen und Einheimische zugleich machen.
Und auch das musikalische Programm war nicht von schlechten Eltern, wurden doch an einem Nachmittag sämtliche Bands aufgeboten, die in der Luxemburger Rock-Szene Rang und Namen haben. Den Auftakt machten kurz nach 13 Uhr die beiden Luxemburger Newcomer, „Agents of Atlas“ und „Anx 74“ , die sich in einem Band-Wettbewerb qualifiziert hatten. Ab 15 Uhr dann betraten die im Großherzogtum bestbekannten “Weakonstruction“, “Metro“, “The Dislikes“, “Versus You“ und “Eternal Tango“ die Bühne am Marktplatz.
Quasi als Sahnehäubchen hatten die Veranstalter aber auch zwei britische Bands buchen können, die derzei dabei sind, sich auf der internationalen Bühne einen Namen zu machen: “The Shoestrung“, die am späten Nachmittag auftraten und die Headliner von “The Wombats“, die 2008 bereits u.a. auf dem Glastonbury Festival oder dem Frequency aufhorchen lassen konnten.
Den Abschluss machten “Christal & Crack“ sowie “Artaban“, die kurz nach Mitternacht als letzte die Bühne betraten.
Somit hatten die Veranstalter fast alles richtig gemacht. Nur die Musikfans wollten am Samstag nicht so recht auftauchen, so dass im Endeffekt nur wenige hundert Besucher beim “Sun 'n' Moon” gezählt wurden. Allerdings tat das der Stimmung vor und auf der Bühne keinen Abbruch, im Gegenteil: Unter diesen Umständen muss man den Bands Respekt zollen, die angesichts des spärlichen Publikums trotzdem alles gaben.
“Vielleicht war das Datum einfach nur schlecht gewählt“, mutmaßte ein Musikfan, der die Auftritte aber sichtlich genoss. “Wir sind mitten im Sommer, die meisten Menschen sind in Urlaub und die wenigen, die noch hier sind, haben sich über mehrere Veranstaltungen am Wochenende verteilt.“
Ein anderer Besucher, der eigens aus dem Süden nach Clerf gereist war, um die Wombats live zu erleben, hatte eine weitere Erklärung parat: “Wahrscheinlich ist der Norden des Landes für viele Menschen südlich der Nordstadt immer noch unbekanntes Terrain. Rockhal, Atelier und das Rockafield in Roeser ziehen Fans aus dem ganzen Land an, doch Clerf liegt wohl für viele einfach zu weit im Norden“.
Vor allem was der öffentliche Transport angeht, hätte man mehr Alternativen zum Privatauto anbieten müssen, so der Wombats-Fan.