(FeMo) – Gegen 20 Uhr wurde am Montagabend im Eisenbahner-Casino in Bonneweg die erste Hürde genommen. Mit breiter Mehrheit nahm die Basis der sozialistischen Arbeiterpartei das neun Stunden früher unterzeichnete Koalitionsprogramm an.
Kurz vor der entscheidenden Abstimmung wehrte sich Jean Asselborn gegen die Darstellung, das von der CSV übernommene Arbeitsministerium sei ein „vergiftetes Geschenk“. Der alt-neue Vizepremier der Regierung konnte seine Parteigenossen in einem wichtigen Punkt beruhigen: Alle Abmachungen bezüglich des Index blieben unangetastet.
Fast zeitgleich trat in Hesperingen "Formateur" Jean-Claude Juncker ans Rednerpult und kam nach einer kurzen Einleitung umgehend zu den entscheidenden Personalfragen. Juncker bestätigte die bereits am Montagmittag von wort.lu öffentlich gemachte Zusammensetzung der neuen Regierung.
Den Kongress-Teilnehmern rechnete Juncker vor, dass die CSV von "33 Regierungskompetenzen" deren 23 halte und sich die LSAP mit zehn zufrieden geben muss. Viel Lob und Applaus gab es für jene CSV-Politiker, die auf ihre Ämter verzichten: Fernand Boden, Lucien Weiler und mit Einschränkungen auch Jean-Louis Schiltz und Michel Wolter. Schiltz wurde bereits zum Fraktionschef und damit zum Nachfolger von Michel Wolter gewählt. Wolter soll nächster CSV-Präsident werden.
Ausführlich befasste sich Jean-Claude Juncker unter anderem mit dem Ressort Landwirtschaft, das die CSV in den kommenden fünf Jahren der LSAP überlässt. Der alt-neue Regierungschef machte deutlich, dass er die Landwirtschaft am liebsten im Superministerium von Claude Wiseler (Bauen, Umwelt, Raumplanung, Transport) gebündelt hätte. Dies sei mit der LSAP nicht möglich gewesen.
Nur wenige Minuten nach 21 Uhr nahmen die CSV-Vertreter das von Parteipräsident François Biltgen und von Jean-Claude Juncker vorgestellte Paket an. Nach zwei Stunden war der Kongress vorbei.
Zu diesem Zeitpunkt hatte auch die LSAP-Spitze ihre Entscheidung getroffen. Parteipräsident Alex Bodry gab die Entscheidung des Generalrats bekannt. Der Vorschlag der Parteileitung wurde mit 71 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen.
Vizepremier und Aussenminister wird Jean Asselborn. Erziehungsministerin wird Mady Delvax. Gesundheits- und Sozialminister wird Mars Di Bartolomeo. Wirtschafts- und Aussenhandelsminister wird Jeannot Krecké. Arbeits- und Immigrationsminister wird Nicolas Schmit. Landwirtschafts- und Sportminister und delegierter Minister für Solidarentwicklung wird Romain Schneider.