(vb) – Pünktlich zu Beginn der warmen Jahreszeit ist das Velóh-Netzwerk ausgebaut und auf 50 Stationen erweitert worden. Laut dem hauptstädtischen Verkehrsschöffen François Bausch ist das Leihfahrrad-System ein Riesenerfolg.
"In Luxemburg entwickelt sich gerade eine richtige Fahrrad-Kultur. Vor allem Bewohner der Hauptstadt erkennen, dass das Rad für kurze Entfernungen ein interessantes Verkehrsmittel ist", meinte Bausch am Freitag bei der Einweihung der jüngsten Verleihstation im Stadtteil Belair. Drei Stationen befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Strassen, 47 in der Hauptstadt. Auch die Gemeinde Hesperingen hat Interesse bekundet.
Nach Aussagen von Bausch steht die Bevölkerung den blauen Leihfahrrädern mit dem praktischen Korb am Lenker zunehmend positiv gegenüber. Während sich in der Anfangszeit Anwohner über neue Stationen beschwert hätten, kämen jetzt immer mehr Anfragen von Leuten, die sich eine in ihrer Nachbarschaft wünschen.
Aktuelle Zahlen belegen den Erfolg des Velóh!-Systems: 3600 Radfahrer haben ein Jahresabonnement zum Preis von 15 Euro abgeschlossen. Rund 500 Mietvorgänge registriert die Zentrale pro Tag. "Bei schönem Wetter wie jetzt können es schon mal 700 bis 800 sein", sagt Bausch.
Groß ist das Interesse von Betrieben. So möchte eine Bank zum Beispiel eine Velóh-Station für ihre Mitarbeiter auf eigene Kosten errichten lassen, eine europäische Institution will ihren 1000 Angestellten ein Jobticket für das Leihsystem spendieren. "Anhand der elektronischen Messungen an mehreren Punkten in der Stadt sehen wir, dass insgesamt sehr viel mehr Fahrrad gefahren wird. Man kann von einer Verdreifachung sprechen", freut sich Bausch.
Auch das Radwegenetz wird kontinuierlich ausgebaut. Seit zwei Wochen gibt es einen Radstreifen von Eich über den Rollingergrund bis ins Stadtzentrum. In den nächsten Tagen wird ein zweiter Weg von Belair zum Bahnhof eingeweiht. Als Nächstes folgt die Anbindung des Limpertsbergs. Bis 2010 werden dann auch das Gewerbegebiet Cloche d'or und Gasperich einen Radweg bekommen.