Ein Musikevent der Superlative sollte am 11. Juli in Esch-Belval stattfinden. Unter dem Namen „Steel Parade“ sollten nach Vorbild der Berliner Love Parade acht Lastwagen mit Disc-Jockeys und Lautsprechern durch Belval ziehen. Aus finanziellen Gründen ist die Tanzveranstaltung nun aber abgesagt worden.
Das Straßenfest war in einer Pressekonferenz Anfang April als einer der Höhepunkte des Kulturkalenders der Minettemetropole vorgestellt worden. Die Parade sollte die „Dynamik einer modernen und offenen Universitätsstadt unterstreichen“, hieß es. 55 DJs wurden in den darauf folgenden Wochen unter Vertrag genommen – allen voran der Gründer der Loveparade, Dr. Motte und weitere Größen aus der Techno-Szene wie beispielsweise Marco Bailey, Roland Casper und Tom Hades.
Das Luxemburger Tanzmusik-Kollektiv „Organic Dance Department“ (ODD) bekam den Auftrag, die Künstler zu buchen, während das Escher City Tourist Office, die logistischen Aufgaben übernehmen sollte.
Gescheitert ist das Mega-Ereignis nun offenbar daran, dass aufgrund der Wirtschaftskrise nicht ausreichend Sponsoren gefunden werden konnten. „Leider konnten wir nur knapp 15 Prozent des Budgets auftreiben“, bedauert Fränz Schintgen vom Escher Initiativverein. „Und ohne Sponsoren ist es unmöglich, ein Event dieser Größenordnung zu organisieren.“
Christophe Cherel vom „Organic Dance Department“ kann nicht nachvollziehen, warum die „Steel Parade“ knapp vier Wochen vor dem Stichdatum einfach abgesagt wurde, obwohl die Verträge mit den Künstlern längst abgeschlossen wurden. „Bei einer derart kurzfristigen Stornierung fallen zudem recht hohe Ausfallvergütungen an“, ärgert sich Cherel. „Mal wurde uns gesagt, es stünden 40 000 Euro aus dem Kulturbudget zur Verfügung, dann war von 60 000 Euro die Rede und vor wenigen Wochen hieß es, die Stadt wolle nur noch 25 000 Euro in die „Steel Parade“ investieren.“
Bedauerlich findet Christophe Cherel zudem, dass er und seine Kollegen über Umwege erfahren mussten, dass die Parade abgesagt wurde. „Offiziell wurde uns nie mitgeteilt, dass die Parade nicht stattfindet. Unsere Vorbereitungen sind so gut, wie abgeschlossen. Sobald die Stadtväter ihre Aufgaben erfüllt haben, können wir loslegen“, meint Cherel.
Er prüft derzeit die Möglichkeit die Parade als Demonstration anzumelden. So hatte Dr. Motte 1989 ebenfalls den Grundstein für Berliner Loveparade gelegt.
Dr. Motte hat Christophe Cherel seine Unterstützung schon zugesichert. „Organisiert einen Lastwagen und ein paar Plattenspieler. Ich werde am 11. Juli in Esch sein – egal wie“, soll Motte versprochen haben.