Koalitionsbildung
09.06.2009 07:38 Uhr, aktualisiert 09.06.2009 08:57 Uhr

DP und Déi Gréng sagen Nein



Foto: Guy Jallay
Audienz im Palais: Nach einem Treffen mit Jean-Claude Juncker bat Großherzog Henri das CSV/LSAP-Kabinett, die Amtsgeschäfte bis zur Bildung einer neuen Regierung weiterzuführen.

Von Marc Glesener

Am heutigen Dienstag dürfte Jean-Claude Juncker vom Staatschef den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erhalten. Vorerst bleibt jedoch politisch alles beim Alten: Am Tag eins nach den Wahlen, bat Großherzog Henri das Kabinett gestern, die Amtsgeschäfte weiterzuführen. Derweil wurden bereits erste Weichen für die Zukunft gestellt. Die Führungsgremien von CSV und LSAP analysierten am Abend die Wahlresultate. Stellungnahmen der Parteileader deuten auf die baldige Aufnahme von Koalitionsverhandlungen hin. Erklärtes Ziel ist eine Neuauflage von Schwarz-Rot.

Gemeinsam weitermachen

"Das Land braucht eine stabile Regierung“, immer wieder hörte man am Wahlabend und auch am Tag danach eben diesen Satz. Vor allem die Spitzen von CSV und LSAP brachten auf diese Weise den Wunsch zum Ausdruck, gemeinsam weiterzumachen. Schließlich gehe es, wie sich der CSV-Spitzenkandidat am Sonntagabend vor seiner Basis ausgedrückt hatte, „um die Sache des Landes“. Im Parlament würde es eine Neuauflage von Schwarz-Rot auf eine starke Mehrheit (39 von 60 Sitzen) bringen.

„Werden wir gefragt, wollen wir Koalitionsverhandlungen mit der CSV aufnehmen“, sagte LSAP-Leader Jean Asselborn gestern am Rande der Beratungen der LSAP-Parteileitung. Diese Positionierung sei, so der Politiker, in seiner Partei nicht umstritten.

Dass es zu einem neuen Bündnis von CSV und LSAP kommen wird, davon gehen auch die Liberalen aus. Die DP-Führung setzte sich gestern eingehend mit dem Wahlergebis auseinander. Wie Parteichef Claude Meisch unterstrich, wolle man sich einer Einbindung in die Regierungsverantwortung nicht verweigern. Er gehe allerdings nicht davon aus, dass man mit einem entsprechenden Gesuch zu rechnen habe. Fazit: Die DP muss nach dem wenig schmeichelhaften Abschneiden bei der Wahl für weitere fünf Jahre die Oppositionsbank drücken. Bei den Liberalen soll, wie verlautete, der Erstgewählte im Bezirk Zentrum, Xavier Bettel, „stärker eingebunden“ werden.

Auf weitere Jahre in der Opposition stellen sich auch die Grünen ein. Eine Koalition mit der CSV, sprich ein politisches Kräfteverhältnis von 26 zu sieben Mandaten im Parlament sei kein gangbares Modell. „Was sollen wir da an programmatischen Inhalten durchsetzen können“, meinte der bisherige Fraktionschef François Bausch bei einer Pressekonferenz.

Ihre Meinung zum Thema

( 5 )
  • . Fritz meint:
    10.06.2009, 13:07 Uhr
    Ech wéist net firwaat déi Leit déi den Francois Bausch gewielt hun sech sollen verroden virkommen.Sou wéi den Här Juncker sech een Sonndeg den Owend an der Elefantenronn beholl huet geint iwwer all denen aaneren Parteien mat Ausnahm vun den Sozialisten daat fannen ech een staarkt Steck ,hien huet jo och klor den Här Asselborn vun sengen negativen Kritiken ausgeschloss.Hien huet och klor ze verstoen gin dass hien nemmen mat der LSAP wellt an Koalitiounsgespréicher goen.Hätten déi Greng an d' DP villeicht sollen op den Knéien biedelen vir matt an d'Regierung geholl ze gin vir duerno nach méi vun den decken Hären aus der CSV gedemütigt ze gin,ech soen klor nee.Also ech soen dass an mengen Aen den Här Juncker een Sonndeg an den Här Biltgen geschter Owend sech nett ganz diplomatisch vir net ze soen ganz schéin arrogant beholl hun.Virwaat kennen sie sech nett einfach fréen dass sie sou klor gewonn hun an sou Kommentaren op der Seit loosen.
  • Chigaco Jonny meint:
    09.06.2009, 20:33 Uhr
    Zitat Bausch "Was sollen wir da an programmatischen Inhalten durchsetzen können".
    Et gouf mol een klengen Haer Fischer an Daitschland. Deen ass zu senger Zait Emweltminister an Hessen gin, wou dei Greng och nët vill méi Prozenter do haaten. Mee dofir muss een Courage hun, an och mol wellen sech bluddeg Kneien huelen - fir goën ze léieren.

    Ech fannen dat sou eng Ausso vun engem Mann deen d'Oppositiounsbaenk sait Joeren dréckt, een Armutsbekenntnis ass. Et ass eng Saach, wei den Haer Meisch ze soën, dat een net dervun ausgeet derbai ze sen, mee iewer sech prett haelt, wann ee gefrot sollt gin. Et ass eng aner Saach, esou een flemsegen Sproch vum Stapel ze loossen. Ze kapituleieren ier een gefrot geif gin oder mol mat engem Mensch iwwerhat ee Wuert geif schwetzen/diskuteieren op eppes meiglech wir.

    Déi Leit déi den Haer Bausch gewielt hun, din mer leed, ech géif mer verroden virkommen.
  • Der Kritiker meint:
    09.06.2009, 16:32 Uhr
    < "Das Land braucht eine stabile Regierung“, immer wieder hörte man am Wahlabend und auch am Tag danach eben diesen Satz. >

    Aber bitte ohne die LSAP..
  • Schimanski Hannelore meint:
    09.06.2009, 13:22 Uhr
    Guten Tag
    Weise Entscheidung!Schwarz- Rot sollen jetzt beweisen was sie in den schwierigen Zeiten können!
  • Patrick Becker meint:
    09.06.2009, 12:47 Uhr
    Kaum sind die Wahlen vorbei schleimt sich die LSAP wieder ein. Die alte Regierung ist noch nicht einmal zurückgetreten schon will man wieder mitregieren.Die CSV hat noch nicht einmal ihren eigenen Kongress nach möglichen Koalitionspartnern debattiert.In der LSAP ist man so Machtgeil dass die Escher Bürgermeisterin schon einen Ministerposten für sich beansprucht
    Also Herr Juncker überlegen sie sehr gut mit wem Sie in die nächste Regierung gehen wollen