(vb) – Die angekündigte Abschaffung des "Bëllegen Akt" hat zu einem wahren Run auf Eigentumswohnungen geführt. In den letzten drei Monaten 2010 stieg die Zahl der verkauften Wohnungen um 23 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.
Obwohl der "Bëllegen Akt" aufgrund des Widerstands von Gewerkschaften und anderen Gruppen nicht angetastet wurde, hat die Diskussion den Immobilienmaklern gute Geschäfte beschert. Im Vergleich zum dritten Quartal wurden sogar 46 Prozent mehr Wohnungen verkauft.
Auf die Preise hatte dieser Sondereffekt indessen wenig Einfluss. Bei den Eigentumswohnungen trat eine Stabilisierung ein. Während der Preis pro Wohnung nur um ein Prozent anzog, stieg der Quadratmeterpreis um 3,5 Prozent für gebrauchte und sogar 6,7 Prozent für neue Wohnungen.
Die Aufregung um den "Bëllegen Akt" schlug sich auch auf dem Mietmarkt nieder – und zwar gerade gegenteilig. Wesentlich weniger Menschen wollten eine Wohnung (-6 Prozent) und ein Haus (-23 Prozent) mieten und bevorzugten stattdessen den – unter Umständen vergünstigten – Kauf. Die Mieten blieben im Vergleich zum dritten Quartal nahezu unverändert, und zwar sowohl für Wohnungen als auch für Häuser.