03.03.2011 15:08 Uhr




Weniger Vermietungen - mehr Käufe
"Bëllegen Akt" mischt Immobilienmarkt auf
Mehr Verkäufe, aber Preise bleiben stabil

Foto: Nathalie Rovatti
Wer eine neue Wohnung brauchte entschied sich am Jahresende eher zum Kauf als zur Miete.

(vb) – Die angekündigte Abschaffung des "Bëllegen Akt" hat zu einem wahren Run auf Eigentumswohnungen geführt. In den letzten drei Monaten 2010 stieg die Zahl der verkauften Wohnungen um 23 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

Obwohl der "Bëllegen Akt" aufgrund des Widerstands von Gewerkschaften und anderen Gruppen nicht angetastet wurde, hat die Diskussion den Immobilienmaklern gute Geschäfte beschert. Im Vergleich zum dritten Quartal wurden sogar 46 Prozent mehr Wohnungen verkauft.

Auf die Preise hatte dieser Sondereffekt indessen wenig Einfluss. Bei den Eigentumswohnungen trat eine Stabilisierung ein. Während der Preis pro Wohnung nur um ein Prozent anzog, stieg der Quadratmeterpreis um 3,5 Prozent für gebrauchte und sogar 6,7 Prozent für neue Wohnungen.

Die Aufregung um den "Bëllegen Akt" schlug sich auch auf dem Mietmarkt nieder – und zwar gerade gegenteilig. Wesentlich weniger Menschen wollten eine Wohnung (-6 Prozent) und ein Haus (-23 Prozent) mieten und bevorzugten stattdessen den – unter Umständen vergünstigten – Kauf. Die Mieten blieben im Vergleich zum dritten Quartal nahezu unverändert, und zwar sowohl für Wohnungen als auch für Häuser.

Ihre Meinung zum Thema

( 3 )
  • Jemp Belair-Ghetto meint:
    04.03.2011, 10:02 Uhr
    Hei as d'Léisung fir d'Lëtzeberger Wunnmisär:

    "Pariser Sparfüchse ziehen in den Keller"

    http://www.wort.lu/wort/web/freizeit/artikel/2011/02/142141/pariser-sparfuechse-ziehen-in-den-keller.php

    D'Stad get autofrài déklaréiert (mat gratis Bus- an Veloh!-Abo), an dann gin all d'Garagen zu Studioen ëmgebaut.

    Sou kann eisen armen Pöbel deen keen Terrain vun der Bomi gierft huet am lëtzebuerger Ennergrond liewen an muss net an d'Ausland plënneren.

    ;-)
  • Alfred Ekel meint:
    04.03.2011, 09:02 Uhr
    Für Mindestlohnbezieher bleibt der Wohnungskauf eine Utopie aber da ja nach der Einführung eines einheitlichen Mindestlohn innerhalb der EU sicherlich das Bauland ebenfalls einheitlich angepasst wird werden die Wohnungen um 2/3 billiger. Also nicht überhastet kaufen :-)))
  • Gust Wester meint:
    04.03.2011, 08:51 Uhr
    Mit realitätsfremden Statistiken kann man die wirklichen Zustände verschleiern. Das grosse Angebot an Wohnungen, müsste doch laut den Regeln des Marktes ein merkliches Absinken der Preise bewirken, was aber nicht der Fall ist. Ferner haben die heutigen Immobilienpreise eine Höhe erreicht, welche eine normale Familie, wo beide Arbeiten, dennoch nicht mehr bezahlen können. Ausser dass die Politik in ihren Sonntagsreden Versprechen macht, erfolgt nichts konkretes.