03.03.2011 13:22 Uhr




Duo ergaunerte 140 000 Euro
Anwältin auf der Anklagebank
Betrug flog erst auf, als sie eine weitere Juristin ansprachen

(jl) - Ein Gerichtsschreiber und eine Anwältin, die bis zu ihrer Suspendierung am Bezirksgericht in Diekirch tätig waren, müssen sich seit Donnerstag vor selbigem wegen Dokumentenfälschung und Unterschlagung von Geldern im Rahmen von Konkursverfahren verantworten.

Die beiden hatten zwischen 2006 und 2008 durch die Fälschung von Zins- und Aktivasummen in 18 Firmenkonkursbilanzen gemeinsam rund 140 000 Euro ergaunert, die sie sich anschließend untereinander aufgeteilt hatten. Der Gerichtsschreiber hatte über einen längeren Zeitraum zudem beschlagnahmte Gelder aus anderweitigen Prozessen entwendet, dies im Gesamtwert von rund 8700 Euro. Tatmotiv war bei beiden Beschuldigten offenbar Geldgier.

Aufgeflogen waren die Machenschaften erst, als der Gerichtsschreiber versucht hatte, eine zweite Anwältin für die Mittäterschaft bei Konkursverfahren zu überreden. Diese hatte daraufhin den Diekircher Gerichtsvorsteher Paul Konsbruck alarmiert, woraufhin Ermittlungen eingeleitet wurden.

Wer ergriff die Initiative?

Gaben beide Angeklagten die Taten zwar offen zu, so schoben sie sich die Initiativergreifung zu den Straftaten, für die beide bis zu fünf Jahren Haft riskieren, jedoch weiterhin gegenseitig zu. Während der Gerichtsschreiber angab, die Bilanzen im Auftrag der Anwältin gefälscht zu haben, erklärte diese, der Gerichtsschreiber habe sie unter Druck gesetzt, ihr keine Konkursverfahren mehr zukommen zu lassen. (Der „Greffier“ ist u.a. für die Verteilung von Konkursdossiers an einen als „Curateur“ agierenden Anwalt zuständig).

Der Prozess wird mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt.

Ihre Meinung zum Thema

( 4 )
  • *. G@M meint:
    05.03.2011, 23:19 Uhr
    et gëtt eben leit déi kréien ni genuch.
  • Rainer Fickers meint:
    05.03.2011, 22:04 Uhr
    Herr Wester, so schlimm war es bei mir zwar noch nicht, aber die Begleitung des Gerichtsvollzieher in Form von drei Brutalos, das kenne ich. Seitdem habe ich einen Hund, der, wenn ich wieder eines solchen Quartetts ansichtig werde, "plötzlich" nicht mehr halten kann... sorry, mein Privateigentum wird nicht ohne höfliches Anmelden betreten, nicht mehr...
  • Gust Wester meint:
    04.03.2011, 08:39 Uhr
    Dieser Prozess ist wohl nur die Spitze eines Eisberges, den die Missstände in unserm Rechtswesen darstellen. Nun denke ich zurück an einen reichen Junggesellen, der pensionierter Steuerinspektor gewesen war. Er hatte wegen eines Streites mit seiner Gemeinde 2500 Franken an Gemeindesteuern nicht bezahlt. Nun hätte der Gerichtsvollzieher problemlos seine Pension entsprechend pfänden können. Doch er nahm eine Zwangsversteigerung seiner Möbel vor. Kostenpunkt dieser Aktion war 29.000 Franken. Ein Kollonnenofen ( Wert etwa 15.000 Franken)wurde illegal für 100 Franken an eine Person verschenkt. Als der anwesende Steuerbeamte dagegen protestierte, wurde er von den den Gerichtsvollzieher begleitenden Schlägern verhauen. Seine Klage dagegen ignorierte die christlich geprägte Staatsanwaltschaft. Gleicher Eintreiber hatte quasi mehrmals pro Monat, jeweils 10-15 Zwangsversteigerungen, dies an gleichen Tage, gleichen Zeit und Ort. Die jeweilige Ankündigung ( Einleitiung und Schluss) war grösser als die Paar versteigerten Objekte beanspruchten. Allein die Anzeige kostete mehr als die Versteigerung erbrachte. Dann ging er hin und pfändete den Lohn des Opfers. Er machte dies aber nur bei Schuldnern, wo er nachher einen Lohn pfänden konnte. Als Humanist blutete immer mein Herz, wenn ich solche legalen Betrügereien sah. Doch all meine Bitten bei Politik, Justiz und Presse diesen legalen Betrug zu unterbinden, ignorierten diese Wohlstandsritter.
  • Alfred Ekel meint:
    03.03.2011, 15:35 Uhr
    An der Quelle sass der Knabe :-)))