(vb) – Die Luxemburger bekommen wieder mehr Kinder. Nach einem Tiefpunkt in den 80er-Jahren steigt die Geburtenrate an und liegt dicht hinter Frankreich und den Niederlanden, wo besonders viele Kinder auf die Welt kommen.
Im Durchschnitt bekommt eine Frau in Luxemburg 1,6 Kinder. Diese so genannte Fruchtbarkeitsrate liegt unter dem Niveau von 1970, als Verhütungsmittel wie die "Pille" noch kaum verbreitet waren. Dennoch ist sie seit Mitte der 80er-Jahre angestiegen. Die Frauen mit Luxemburger Nationalität bringen laut Statec derzeit (2008) im Schnitt 1,58 Kinder zur Welt. Ausländerinnen, die 1970 noch weitaus häufiger Kinder bekamen, haben sich mit der Zeit in ihrem Verhalten der einheimischen Bevölkerung weitgehend angepasst. Ihre Fruchtbarkeitsrate liegt mit 1,68 nur unwesentlich höher als die der Luxemburgerinnen. Die Zahlen gehen aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums vor, der in dieser Woche vorgestellt wurde.
Die Situation in den Geburtskliniken spiegelt die nationale Diversität des Landes wider: Drei von fünf Neugeborenen haben eine Mutter, die nicht in Luxemburg geboren ist. Luxemburgerinnen stellen nur 40 Prozent der jungen Mütter.
Außerdem warten die Mütter immer länger mit der Geburt ihres Kindes. Das durchschnittliche Alter liegt derzeit bei 30 Jahren. Mütter unter 25 Jahren entwickeln sich allmählich zu einer Seltenheit. Die Zahl der sehr jungen Mütter von 15 bis 19 Jahren ist seit den70er-Jahren um 60 Prozent gesunken, die der 20- bis 25-Jährigen um 57 Prozent. Zugenommen hat der Anteil der spät gebärenden Mütter, die älter als 40 Jahre sind – wohl auch aufgrund der Reproduktionsmedizin. Dennoch liegt ihr Anteil nur bei 2,5 Prozent.
Bei der Geburtenrate, die die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner angibt, liegt Luxemburg im Vergleich mit anderen europäischen Ländern mit einem Wert von 11,7 recht weit oben. Übertroffen wird die Geburtenrate noch von den Franzosen (12,6) und den Niederländern (12,4), während die Portugiesen (10,8) weniger Kinder bekommen. Schlusslicht ist Deutschland mit 8,6 Geburten auf 1000 Einwohner.
Die Verfasser der Studie haben auch das Gewicht der Babys bei der Geburt erfasst. 88 Prozent der Neugeborenen hatten das Normalgewicht von 2500 bis 4000 Gramm. Fünf Prozent waren leichter als 2500 Gramm, was als Warnsignal für die Überlebenschancen des Säuglings gilt. Sieben Prozent brachten mehr als 4000 Gramm auf die Waage. Absoluter Spitzenreiter war ein Baby, dass bei der Geburt sage und schreibe 5700 Gramm wog.
Die meisten Kinder kommen in Luxemburg in der Clinique Dr Bohler zur Welt, auf den Rängen zwei und drei folgen die Maternité am Centre Hospitalier de Luxembourg und das Escher Krankenhaus. Geburten zu Hause sind mit einer Häufigkeit von 0,1 Prozent eine absolute Ausnahme.