10.09.2010 12:08 Uhr




Bericht des Gesundheitsministeriums
Ihr Kinderlein kommet!
Fruchtbarkeitsrate steigt wieder leicht an

Foto: rtr
Viele kleine Babys: Bei der Geburtenrate steht Luxemburg im internationalen Vergleich nicht schlecht da.

(vb) – Die Luxemburger bekommen wieder mehr Kinder. Nach einem Tiefpunkt in den 80er-Jahren steigt die Geburtenrate an und liegt dicht hinter Frankreich und den Niederlanden, wo besonders viele Kinder auf die Welt kommen.

Im Durchschnitt bekommt eine Frau in Luxemburg 1,6 Kinder. Diese so genannte Fruchtbarkeitsrate liegt unter dem Niveau von 1970, als Verhütungsmittel wie die "Pille" noch kaum verbreitet waren. Dennoch ist sie seit Mitte der 80er-Jahre angestiegen. Die Frauen mit Luxemburger Nationalität bringen laut Statec derzeit (2008) im Schnitt 1,58 Kinder zur Welt. Ausländerinnen, die 1970 noch weitaus häufiger Kinder bekamen, haben sich mit der Zeit in ihrem Verhalten der einheimischen Bevölkerung weitgehend angepasst. Ihre Fruchtbarkeitsrate liegt mit 1,68 nur unwesentlich höher als die der Luxemburgerinnen. Die Zahlen gehen aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums vor, der in dieser Woche vorgestellt wurde.

Die Situation in den Geburtskliniken spiegelt die nationale Diversität des Landes wider: Drei von fünf Neugeborenen haben eine Mutter, die nicht in Luxemburg geboren ist. Luxemburgerinnen stellen nur 40 Prozent der jungen Mütter.

Außerdem warten die Mütter immer länger mit der Geburt ihres Kindes. Das durchschnittliche Alter liegt derzeit bei 30 Jahren. Mütter unter 25 Jahren entwickeln sich allmählich zu einer Seltenheit. Die Zahl der sehr jungen Mütter von 15 bis 19 Jahren ist seit den70er-Jahren um 60 Prozent gesunken, die der 20- bis 25-Jährigen um 57 Prozent. Zugenommen hat der Anteil der spät gebärenden Mütter, die älter als 40 Jahre sind – wohl auch aufgrund der Reproduktionsmedizin. Dennoch liegt ihr Anteil nur bei 2,5 Prozent.

Bei der Geburtenrate, die die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner angibt, liegt Luxemburg im Vergleich mit anderen europäischen Ländern mit einem Wert von 11,7 recht weit oben. Übertroffen wird die Geburtenrate noch von den Franzosen (12,6) und den Niederländern (12,4), während die Portugiesen (10,8) weniger Kinder bekommen. Schlusslicht ist Deutschland mit 8,6 Geburten auf 1000 Einwohner.

Hausgeburten mit Seltenheitswert

Die Verfasser der Studie haben auch das Gewicht der Babys bei der Geburt erfasst. 88 Prozent der Neugeborenen hatten das Normalgewicht von 2500 bis 4000 Gramm. Fünf Prozent waren leichter als 2500 Gramm, was als Warnsignal für die Überlebenschancen des Säuglings gilt. Sieben Prozent brachten mehr als 4000 Gramm auf die Waage. Absoluter Spitzenreiter war ein Baby, dass bei der Geburt sage und schreibe 5700 Gramm wog.

Die meisten Kinder kommen in Luxemburg in der Clinique Dr Bohler zur Welt, auf den Rängen zwei und drei folgen die Maternité am Centre Hospitalier de Luxembourg und das Escher Krankenhaus. Geburten zu Hause sind mit einer Häufigkeit von 0,1 Prozent eine absolute Ausnahme.

Ihre Meinung zum Thema

( 6 )
  • G. Robian meint:
    14.09.2010, 22:58 Uhr
    Wësst der dann wéi vill Ofdreiwungen gemeet ginn? Hm?
    Et ginn an der Belsch 9,6 Kanner op 1000 Fraen pro Joer ofgedriwwen, an Däitschland 7 Kanner op 1000 Fraen.
    Hei ass eng Statistik aus der Schwäiz:
    http://www.svss-uspda.ch/de/schweiz/statistik.htm#international

    Ofdreiwung ass an Europa bei wäitem déi heefegst Doudesursaach, 2005 goufen an Däitschland 124000!!! Kanner ofgedriwwen.
    Hei steet et: http://de.wikipedia.org/wiki/Todesursache

    Dat kennt normalerweis net an de Statistiken raus, well ongebueren Kanner net als Mënschen zielen.

    Mir hu kee Problem mat der Fruchtbarkeet, de Problem ass vill méi schlëmm! :'(
  • W. S. meint:
    10.09.2010, 19:22 Uhr
    Ech gin dem Benny recht! Keng Gummien an keng Pellen mei! Vir dass och all 16-jähregt Meedchen schwanger gett, an weder d´Mamm nach d Kand eng Zukunft hun. Dann huet Letzebuerg zwar vill Awunner, mee keen vun hinnen dengt eppes.

    Oh Benny... dein Kommentar war nees daat waat en emmer as: Oniwerluecht, topeg an ouni Intelligenz!
  • benny boudia meint:
    10.09.2010, 17:29 Uhr
    ganz gutt Saach dat doten, iist Land brauch nach vill méi kleng Butzen. Ouni Jonktem keng Zukunft.

    Dofir sinn ech och dofir, datt ee bei is keng Kondomer an och keng Anti-Baby-Pëll ze kafe kritt. Mol nick aus reliéise Grënn, mä einfach well iist Land soss keen Zukunft hott. Dat ass elementar wichteg.
  • Andrée Damgé meint:
    10.09.2010, 15:26 Uhr
    Leider stimmen diese Zahlen nicht mit denen von "Le Luxembourg en chiffres" vom STATEC überein. In diesem Bericht spricht man von 8,9 Geburten bei den Luxemburgern und 14,8 bei den Ausländern, immer auf 1000 Einwohner. Generell sollte man Statistiken ventilieren, möchte man sie nicht als Mogelverpackung verkaufen. Man kann alles schönreden, doch Blauäugigkeit führt zu nichts. Erschreckend ebenfalls der Anteil der Luxemburger bei der aktiven Bevölkerung, 29%, von Ministerin Modert in den USA erwähnt und auf wort.lu zu lesen. Diesbezüglich möchte ich an die Worte von Alfred Sauvy, dem grössten französischen Demografen erinnern: Les chiffres, à force d'être torturés, finissent par avouer tout ce qu'on veut leur faire dire...
  • De Mann vun der Stross meint:
    10.09.2010, 14:53 Uhr
    Net vergiessen all Mam dei hei een Kand op d'Welt setzt (egal wei eng Nationaliteit d'Mam ass) huet herno Urecht op d'Mamerent.

    An 30-40 Joer hescht et dann "Das Kinderlein ist gekommen, nun ihr Luxemburgerlein müsst zahlen" An dann iwerweise mir schein proper d'Mamerent dohin wou dei Fra dann liewt.

    Rentenmuer an Mamerentemauer mussen d'Kinderlein dann bezuelen.
  • Ramba Zamba meint:
    10.09.2010, 12:19 Uhr
    Das liegt wohl an den Frauen mit doppelter Nationalität die jetzt mitgezählt werden und vorher nicht.