10.09.2010 07:58 Uhr, aktualisiert 10.09.2010 10:08 Uhr




Abschluss der Staatsvisite in Portugal
Herzlicher Empfang in der Universitätsstadt
Herrscherpaar in der renommierten Universitätsstadt Coimbra
Bild für Bild
Abschluss in der Stadt des Wissens
Abschluss in der Stadt des Wissens
Abschluss in der Stadt des Wissens
Abschluss in der Stadt des Wissens
Abschluss in der Stadt des Wissens


Foto: Guy Jallay
Kinder, die luxemburgische Fahnen in ihren Händen hielten, bereiteten dem großherzoglichen Paar im Rathaus von Coimbra einen herzlichen Empfang.


Foto: Guy Jallay
Bad in der Menge: Der Großherzog und die Großherzogin wurden im Herzen von Coimbra von einer Gruppe Portugiesen empfangen, die sie auf Luxemburgisch willkommen hießen.


Foto: Guy Jallay
In der historischen Bibliothek der Universität von Coimbra sprach Großherzog Henri vor den Delegationen aus Luxemburg und Portugal zum Thema „Le Luxembourg, pays d'immigration et d'accueil“.

(NaRo) - Der herzlichste Empfang auf der dreitägigen Staatsvisite in Portugal wurde Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa am Donnerstag in Coimbra bereitet. Viele der in Luxemburg immigrierten Portugiesen stammen aus dieser Region im Zentrum des Landes. Coimbra gilt allgemein als die Wiege der portugiesischen Nation. Das Herrscherpaar verbrachte den größten Teil des Tages in der Universität von Coimbra, die zu den ältesten und renommiertesten in Europa zählt.

Die Geschichte dieser Universität, an der bis zu 20 000 Studenten eingeschrieben sind, reicht zurück bis in die Anfangszeit Portugals. Gegründet wurde sie 1290, knapp 150 Jahre nachdem Afonso Henriques sich selbst zum ersten König ernannt hatte.

Einer der größten Schätze dieses Tempels des Wissens ist die berühmte historische Bibliothek Joanina, mit Büchern aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Bis unter die hohen Decken stehen mehr als 200 000 Bände von unschätzbarem historischen Wert. Mauern von mehr als zwei Metern Durchmesser schützen diesen Kunstschatz. Eine Besonderheit ist, dass auch eine Fledermauskolonie die ansonsten streng abgeschirmten Räumlichkeiten bevölkert.

„Die nachtaktiven Tiere fungieren als eine Art natürliche Insektenvernichter. Denn Fliegen und Insekten stellen eine große Gefahr für die Bücher dar. Allerdings ist die Unterbringung der Fledermäuse inmitten des Bücherschatzes auch nicht ohne Tücken. Die Werke müssen jeden Abend manuell mit riesigen Lederhüllen abgedeckt werden, um Schäden zu verhindern“, so eine Universitätsmitarbeiterin gegenüber dem LW. In diesem erhabenen Rahmen sprach Großherzog Henri vor den Delegationen aus Luxemburg, angeführt von Vizepremier Jean Asselborn, und Portugal zum Thema „Le Luxembourg, pays d'immigration et d'accueil“.

Mit Coimbra, das im Jahr 2003 Kulturhauptstadt Portugals war, verbindet auch die Stadt Esch/Alzette eine besondere Beziehung. Beide sind nämlich partnerschaftlich miteinander verbunden. Von besonderer Symbolik an dieser Städtepartnerschaft ist, dass dabei die Standorte einer der ältesten und der wohl jüngsten Universität Europas sich begegnen. Esch/Alzette als zweitgrößte Stadt Luxemburgs bereitet sich bekanntlich derzeit auf die Implantierung der Fakultäten in Belval vor.

Es besteht auch schon ein Abkommen über eine Zusammenarbeit beider Universitäten, die in diesem Herbst mit Kursen zum Erlangen eines Co-Diplomes in Informatik beginnt.

Empfang auf Luxemburgisch

Bei ihrer Ankunft an der Kirche Santa Cruz im Herzen von Coimbra erwartete das Herrscherpaar eine besondere Überraschung: Eine Gruppe Portugiesen, die lange Jahre in Luxemburg gelebt und gearbeitet hatten und anschließend in ihr Heimatland zurückgekehrt waren, empfingen die beiden. Unter den Anwesenden war auch Willy Bodry, ein Luxemburger, der vor 25 Jahren mit seiner portugiesischen Frau in deren Heimat emigriert ist. Carlos Fileno, der immer noch perfekt Luxemburgisch spricht, war 28 Jahre in Luxemburg beschäftigt.

Vor 17 Jahren kehrte er heim und betreibt seither ein Restaurant. Die portugiesisch-stämmige Luxemburgerin Cindy Coutinho hat für zwei Monate ihren Studienplatz an der „Uni Lëtzebuerg“ gegen ein Volontariat in einer portugiesischen Anwaltskanzlei eingetauscht. Malou Gindt indes renoviert mit ihrem portugiesischen Freund derzeit ein Haus bei Coimbra, um mehrere Monate im Jahr unter der Sonne Portugals verbringen zu können.

Das Herrscherpaar zeigte sich sehr angetan von der kleinen Gruppe und nahm sich Zeit für einen kleinen Plausch, bevor es sich die Kirche Santa Cruz ansah, die Grabstätte der beiden ersten Könige Portugals ist. Der Bürgermeister von Coimbra, Carlos Encarnaçao, würdigte Luxemburg im Rathaus „als ein Land im Herzen Europas, mit Bewohnern, die Europa im Herzen tragen“. Großherzog Henri seinerseits erinnerte an die vielen Portugiesen aus der Region um Coimbra, die ihr Land verlassen haben, um zu helfen, ein modernes Luxemburg aufzubauen.

Rückflug um 17.30 Uhr

Im Anschluss an eine Führung über das Universitätsgelände besuchte das Staatsoberhaupt die technologische Abteilung der Universität, während die Großherzogin, der Rektor der Universität Luxemburg, Rolf Tarrach, sowie Thomas Seale (Alfi) und Axel de Ville (Ada) zusammen mit einer Reihe junger Unternehmer an einem Rundtischgespräch über Mikrofinanz teilnahmen. Dieses Thema liegt Großherzogin Maria Teresa als „Unesco Good Will Ambassador“ bekanntlich seit Jahren am Herzen. „Es ist unsere Pflicht, die menschliche Dignität, die soziale Verantwortung und die Gerechtigkeit über alles zu stellen“, so die Großherzogin in ihrer Intervention.

Der Abschied gegen 16 Uhr von den Verantwortlichen der Universität bedeutete für die Gäste aus Luxemburg ebenfalls das Ende ihres dreitägigen Aufenthalts in Portugal. Um 17.30 Uhr startete die Luxair-Maschine vom Flughafen Porto aus in Richtung Heimat.

Ihre Meinung zum Thema

( 2 )
  • tagada gropouet meint:
    10.09.2010, 21:50 Uhr
    Jo, eisen Henri national huet jo och vill portugiesescht Blutt a séngen Oderen. Wévill Letzebuerger kennen dann behaapten dass sie 2 portugiesech Urgrousmammen hun (déi dann och nach Schwesteren sen)?
  • benny boudia meint:
    10.09.2010, 10:30 Uhr
    ganz gutt Saach dat doten, och datt sech a Portugal mat iser Sprooch beschäftegt gëtt, dat ass suuuuppppiiii wichteg. Well wann a Portugal d'Leckt do scho mol e bëssi Lëtzebuergesch léieren, da gëtt et henneno fir si vill méi easy fir sech bei is ze integréieren, net ze assimiléieren.

    Op alle Fall soll ise Grand-Duc a seng Madame nach vill där Reese ronderëm d'Welt ma fir iist Land sou gutt ze representéieren. Ech mengen, grad d'Jong Sozialisten, hu gemierkt, wéi absolutt lächerlech hir Exigencë sinn, datt ise Grand-Duc nick méi sou vill Budget sollt kréien.

    An och déi Leckt déi géint d'Monarche sinn, deene kann ech just soen, aner Länner ginge sech d'Hänn lecke fir sou eng dichteg Monarchie ze hunn. Dofir sollen déi Leckt och nick sou rabbelkäppeg sinn an dat an Eieren hale wat iist Land hott. Well dat ass tipp topp.