(vb) – Immer mehr Menschen in Luxemburg sterben an Krebs. Für mehr als jeden vierten Todesfall sind Tumore verantwortlich, davon am häufigsten Lungen-, Darm- und Brustkrebs. Dies geht aus einem aktuellen Bericht des Gesundheitsministeriums hervor.
Die Zunahme von Krebs – er ist derzeit für 27 Prozent aller Todesfälle die Ursache – hängt laut Dr. Danielle Hansen-Koenig, Leiterin des Gesundheitsamts, auch damit zusammen, dass andere Todesarten tendenziell auf dem Rückzug sind. So starben 2007, dem letzten untersuchten Jahr der Studie, wesentlich weniger Menschen an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. Auch tödliche Verkehrsunfälle bei jungen Fahrern und bei Senioren über 65 Jahren nahmen deutlich ab.
Todesursache Nummer 1 sind immer noch Herz-Kreislauf-Krankheiten, die für 41 Prozent der Todesfälle verantwortlich sind. Nach dem Krebs auf dem zweiten Platz stehen äußere Einwirkungen – hierunter versteht die Statistik zum Beispiel Verkehrs- und Arbeitsunfälle, Suizid oder Vergiftungen.
Die Aufteilung der Todesursachen unterscheidet sich stark je nach Alter der Verstorbenen. So ist bei Menschen unter 45 Jahren meist ein Unfall oder Suizid die Todesursache. In der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen dominiert Krebs. Bei Älteren überwiegen Herz-Kreislauf-Krankheiten.
Obwohl der Krebs allgemein auf dem Vormarsch ist, verweist Dr. Hansen-Koenig auf Erfolge der Gesundheitspolitik, bestimmte Krebsarten zurückzudrängen. So seien beispielsweise tödliche Lungenkrebserkrankungen bei Männern seltener geworden, weil die Anti-Tabak-Kampagnen gewirkt haben. Bei Frauen steigt die Häufigkeit dagegen an. Der Rückgang bei Brustkrebs sei auf verbesserte Früherkennung und medizinische Behandlungen zurückzuführen.
Allgemein lässt sich festhalten, dass der durchschnittliche Luxemburger gute Chancen hat, ein hohes Alter zu erreichen. So sterben von 100 000 Menschen jährlich nur 248 Männer und 135 Frauen vor ihrem 65. Geburtstag. Diese Fälle sind meist auf eine ungesunde Lebensweise mit Alkohol- und Tabakkonsum zurückzuführen.
Positive Ergebnisse zum Gesundheitsstatus der Luxemburger förderten zwei andere Studien zutage, die ebenfalls am Donnerstag vorgestellt wurden. In einer von ihnen untersuchte das Gesundheitsamt, wie häufig Eltern ihre Kleinkinder impfen lassen. Heraus kam, dass die Impfrate hierzulande mit 87 Prozent der Kinder bis 24 Monate sehr hoch ist. Die restlichen Kinder würden in der Regel einige Monate später geimpft, so dass Impfmüdigkeit kein Thema ist. "Impfstoffe für Kinder sind in der Regel sehr gut verträglich. Wir hatten verschwindend geringe Zahlen von Eltern, die über Nebenwirkungen klagten", sagt Hansen-Koenig.
Die Sterblichkeit bei Säuglingen und Neugeborenen ist einem anderen Bericht zufolge stark zurückgegangen. Dies wird auf den medizinischen Fortschritt und eine bessere Betreuung zurückgeführt.