(vb) – Die Gewerkschaften machen Stimmung gegen die neue Familienpolitik. Zur ersten Protestkundgebung am Donnerstag nächster Woche werden 1000 bis 2000 Demonstranten erwartet. Danach, deuten die Gewerkschaften an, könnte sich der Konflikt noch weiter zuspitzen.
Die Proteste richten sich gegen eine Sparmaßnahme der Regierung, die den Export von Familienleistungen ins nahe Ausland verhindern soll. Leidtragende sind Grenzgänger mit studierenden Kindern, die bald nicht mehr in den Genuss des Kindergelds kommen. Für Luxemburger Eltern wird das gestrichene Kindergeld ab dem 18. Lebensjahr durch eine großzügige Studienbeihilfe ausgeglichen. Grenzgänger gehen dagegen leer aus.
LCGB-Generalsekretär Patrick Dury spricht von "herben Verlusten" für Grenzgängerfamilien und sagt: "Das ist keine Sternstunde für das Luxemburger Sozialmodell." Nico Clement vom OGBL kritisiert: "Die ganze Herangehensweise ist falsch. Diese Politik spaltet die Beschäftigten in den Betrieben und wird kein Plus für die Produktivität bringen."
Am Donnerstag, den 16. September, haben die Gewerkschaften OGBL, LCGB, Aleba, FNCTTFEL und Syprolux zu einer Demonstration auf der Place Clairefontaine aufgerufen. "Damit wollen wir Druck auf die Regierung machen, dieses ungerechte Gesetz zurückzunehmen", meint Clement.
Die Gewerkschaften gehen von großer Beteiligung aus, schließlich sei das Echo auf die Sparmaßnahme "enorm" gewesen. Viele Mitglieder hätten sich besorgt über die Streichungen erkundigt. Insgesamt seien 6000 Grenzgänger mit Kindern von 18 bis 25 Jahren betroffen.
Verständnislos reagierten die Gewerkschafter auf die Mahnungen von Premier Jean-Claude Juncker, keinen Keil zwischen Grenzgänger und Luxemburger zu treiben. Nico Clement weist die Kritik zurück, denn schließlich habe die Regierung selbst die Situation zu verantworten. "Wir sind nicht die, die mit dem Feuer spielen."