(LZB) - Die Auseinandersetzung um die grüne Biotechnologie in der LSAP geht weiter. Am vergangenen Freitag hatte sich die Fraktion von einem Vorstoß des Europaabgeordneten distanziert. In einem „offenen Brief an die Politikklasse“ hatte sich Goebbels für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber genmanipulierten Organismen ausgesprochen.
Die LSAP-Fraktion erklärte in einer Pressemitteilung, die Sozialisten würden dem „Vorsichtsprinzip“ gegenüber der Profitmaximierung Vorfahrt einräumen. In einem Gespräch mit den Kollegen des „Quotidien“ zeigte sich Robert Goebbels von der Schelte der Kammerfraktion unbeeindruckt. Er sei kein Lobbyist, sondern habe „feste Überzeugungen“. Es sei absurd, Luxemburg als OGM-frei darzustellen, da 75 Prozent der Futtermittel für die Landwirtschaft importiert würden. 70 bis 80 Prozent von diesen Futtermitteln würden OGM enthalten, so Goebbels.
Die Ablehnung der Bürger gegenüber der grünen Biotechnologie erklärt sich Goebbels duch eine mangelhafte Information. Auf die Frage, ob seine Ansichten nicht dem Programm der Sozialisten widersprechen, meinte Goebbels, dass die Sozialisten sich für wissenschaftlichen Fortschritt und die Freiheit der Forschung einsetzten. Im übrigen macht er sein Recht auf Meinungsfreiheit geltend. Die Mitteilung der LSAP-Fraktion sei von Lucien Lux ausgebrütet worden.
Der frühere Umweltminister kenne sich in diesem Dossier aber nicht besonders aus, befindet Goebbels. Es sei nicht das erste Mal, dass er sich in seiner Partei in der Minderheit wiederfinde. Er bleibe dennoch Sozialist.