(vb) – Trotz des durchwachsenen Wetters gehen die Einzelhändler von einer recht guten Braderie in Luxemburg-Stadt aus. Nach einem verhaltenen Start hätten die Kunden am Nachmittag verstärkt zugegriffen, hieß es vom hauptstädtischen Geschäftsverband. An die Rekord-Umsätze vom vergangenen Jahr werde man aber wohl nicht herankommen.
Ganze 391 Händler haben ihre Stände in der Oberstadt und im Bahnhofsviertel aufgeschlagen – und die Straßen sind voller Menschen. Am Montagnachmittag war in der Avenue de la Liberté kaum noch ein Durchkommen. Auch die Avenue de la Gare und der Bereich rund um den Knuedler war voller Menschen. Und diese griffen bei den meist stark vergünstigten Waren auch zu, erklärt Yves Piron vom hauptstädtischen Geschäftsverband UCVL. "Das Wetter ist in diesem Jahr durchwachsen. Das bringt mit sich, dass die Leute weniger spazieren gehen und mehr gezielt einkaufen."
Dabei geht der Trend weg von der Billigware, die die Händler eigens für die Braderie bestellt haben. Gesucht war vor allem Kleidung für den Herbst – und hier vor allem hochwertige Marken. "Viele Geschäftsleute profitieren von der Braderie, um die neue Kollektion einzuführen. Sommerware wird weniger gefragt. Trotzdem bietet sich für die Geschäfte jetzt die Möglichkeit, ihre Lager zu räumen und Platz für Neues zu schaffen", sagt Marc Vincent, Mitglied des UCVL-Aufsichtsrats.
Mittlerweile hat sich der Straßenverkauf in Luxemburg zum zweitgrößten seiner Art in Europa gemausert. Für die hauptstädtischen Geschäftsleute ist der "Fouerméindeg" immer noch ein ganz wichtiger Tag: Viele von ihnen machen dann genauso viel Umsatz wie sonst an einem Montag.
Hoch im Kurs stand diesmal der Bereich Mode – er machte knapp die Hälfte der Braderie-Stände aus. Zehn Prozent entfielen auf Schuhe und je fünf Prozent auf Kosmetik sowie Haushaltsbedarf und Elektronik. Auch viele Lebensmittelstände (15 Prozent) verkauften ihre Spezialitäten an die hungrigen Besucher.
Ab 17 Uhr hatte die UCVL zur großen "After-Braderie-Party" geladen. Unter einem Bierzelt in der Rue Glesener konnten sich die Einkäufer von ihrer Shopping-Tour erholen und den Tag bei Live-Musik ausklingen lassen.