(mk) - Kleidung, warme Kleidung – die geht auf der traditionellen Braderie in der Hauptstadt weg wie warme Semmeln. Kein Wunder, angesichts der herbstlichen Wetterkapriolen, die an diesem Kirmesmontag den blauen Himmel kaum durchblicken lassen. Doch stürmischen Windböen und Nieselregen zum Trotz: Die Kunden waren schon zeitig auf den Beinen und bevölkerten bereits vor Mittag die Straßen am Bahnhof und der Oberstadt in Scharen.
„Ich bin extra aus dem Ösling angereist,“ strahlt eine Mittdreißigerin. „Mein Mann hat sich frei genommen, um auf die Kinder aufzupassen“. Eine mit prall gefüllten Tüten bepackte Mutter müht sich mit derweil mit zwei Teenagern ab, die das Kopfsteinpflaster der Fußgängerzone zur Schuhanprobe als Catwalk nutzen. Publikum gibt es ja in Hülle und Fülle.
Insgesamt scheinen die Geschäfte gut zu laufen, wobei der Löwenanteil des Angebots von der Bekleidungsbranche bestritten wird. Ortsansässige Geschäfte bieten wie gewohnt Sommerwaren als Schnäppchen mit bis zu 70 Prozent Preisreduzierungen. Aber auch auf den Herbstkollektionen gibt es Rabatte von denen viele Kunden profitieren.
„In ein paar Tagen gehen die Sommerferien zu Ende, da gilt es sich einzudecken für den Schulanfang“, meint eine Verkäuferin. Die Kunden würden sich deshalb vornehmlich für wärmere Kleider und Schuhe entscheiden. Auch zahlreiche Händler haben sich eingefunden, die seit geraumer Zeit landesweit mit ihren Discountartikeln das Bild auf den Braderien mitbestimmen.
Das Prinzip der Braderie scheint trotz vorhergehendem Sommerschlussverkauf und Preisnachlässen das ganze Jahr über immer noch zu fruchten.