(LZB) - Die LSAP-Fraktion distanziert sich in einer Pressemitteilung von Aussagen des sozialistischen Europaabgeordneten Robert Goebbels. Dieser hatte Ende Juli in einem „offenen Brief an die nationale Politikklasse“ für mehr Aufgeschlossenheit gegenüber der grünen Biotechnologie gefordert.
„Während in Luxemburg die gesamte Politikklasse sich blindlings den Anti-GMO-Kampagnen von Greenpeace und Co. anschließt, und unsere Minister sich in den Europäischen Räten immer dem Lager der GMO-Verweigerer anschließen, feiert die grüne Biotechnologie auf den anderen Kontinenten Triumphe“, kritisierte der LSAP-Europaabgeordnete und frühere Wirtschaftsminister.
Reaktionen auf den Goebbels-Vorstoß ließen nicht lange auf sich warten. Der LSAP-Politiker reagierte seinerseits Mitte August mit einer „unaufgeregten Antwort an die GMO-Angstmacher“. „Die öffentliche Diskussion über GMO's ist zu einer automatischen Vorverurteilung verkommen. Wer wie der Unterzeichnende versucht, die offensichtlichen Vorteile der genetischen Verbesserungen darzulegen, wird als gekaufter Industrieknecht beschimpft. Dies ist die von mir kritisierte Genetik der Dummheit, die in Luxemburg grassiert“, schrieb Goebbels seinen Gegnern ins Stammbuch.
Nun fühlte sich die Fraktion der LSAP genötigt, eine Klarstellung herauszugeben, ohne direkt auf die Goebbels-Vorwürfe einzugehen. „Wie in der Vergangenheit gibt die LSAP-Fraktion dem Vorsichtsprinzip Vorrang vor der Profitmaximierung. Die LSAP-Fraktion steht deshalb geschlossen hinter dem Gesundheits- und dem Landwirtschaftsminister, wenn sie den Mut haben, auf EU-Ebene eine GMO-kritische Haltung einzunehmen, die Monsanto und Co. nicht genehm ist.
Wenn Einzelne das als Selbstgefälligkeit abtun, können wir damit leben“, lässt sich Fraktionschef Lucien Lux in einer Pressemitteilung zitieren und ruft seinem Parteikollegen das Wahlprogramm der Sozialisten in Erinnerung. Während Goebbels die Erfolge der grünen Biotechnologie lobte, sind die sozialistischen Abgeordneten auf Krautmarkt der Ansicht, dass „der Nutzen einzelner Bauern, die eventuell ihren Ertrag steigern könnten, nicht im Verhältnis zu den Problemen, die eine Koexistenz den konventionellen und biologischen Landwirten schaffen kann“, stehen. Auch für den Verbraucher können die Sozialisten keine Vorteile erkennen, die die Nachteile aufwiegten.