Von Nadja Rafalski
Wer durch Esch/Alzette fährt, dem fallen sie unweigerlich auf: die vielen Fahrzeuge mit dem Schriftzug „Ville d'Esch-sur-Alzette“. Sie alle zählen zum Fuhrpark der Minettemetropole, die mit knapp 180 Fahrzeugen über eine recht stattliche Flotte verfügt – im Dienst des Bürgers. Das „Luxemburger Wort“ sah sich auf dem Gelände des Fuhrparks um.
Vom Müllwagen, über beeindruckende Kanalspülwagen, Reinigungsmaschinen oder auch einfachen Mähmaschinen, auf dem knapp vier Hektar großen Gelände auf den „Terres Rouges“ ist das logistische Herz.
1990 zog der Fuhrpark aus seinen Räumlichkeiten in den ehemaligen Polizeigebäuden in der Rue du Canal aus. „Das Gelände wurde sowohl von uns als Garage, aber auch von der Feuerwehr genutzt – es war alles sehr eng und manchmal schwierig“, erklärte Ressortschöffe Henri Hinterscheid. In der Rue du Canal waren seit den 1940er-Jahren die Fahrzeuge der Stadt untergebracht.
Im Laufe der Zeit wuchsen die Aufgabengebiete, deren sich die Stadt annahm immer weiter, logische Konsequenz war auch die Vergrößerung der Fuhrparks und die Anschaffung spezifischer Maschinen, die der Arbeit gerecht wurden. Wurde früher Unrat beispielsweise mit dem Pferdewagen aufgesammelt, sieht das heutzutage etwas anders aus. Und auch das seit Jahren praktizierte Recycling verlangt eine andere logistische Organisation und bedarf einer größeren Fläche zum Abstellen der Fahrzeuge. Auch änderten sich im Lauf der Jahrzehnte die Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen, die von der Stadt vermehrt Maßnahmen erforderten.
Anfang der 1990er-Jahre bot sich dann mit den „Terres Rouges“ eine wirkliche Alternative für den Fuhrpark an. Zu Beginn des neuen Jahrtausends kam auch die Dienstleistung der „Equipes de proximité“, die tagtäglich, sieben Tage die Woche im Einsatz sind. Sonntags sind die Dienstleistungen natürlich eingeschränkt und den Bedingungen angepasst. „Wenn am Wochenende Großveranstaltungen sind, sind die einzelnen Teams im Einsatz – eben je nach Bedarf“, so Henri Hinterscheid. Ein Beispiel dafür war die „Tour de France“, die eine Großveranstaltung der ganz besonderen Art war und den Einsatz der Teams erforderlich machte.
Aber auch die „Equipes de proximités“ haben ihre Einsatzfahrzeuge im Fuhrpark der Stadt. Das reicht dann von Heckenschneidern über Sägen, bis hin zu Kehrmaschinen, die die meisten Passanten aus den Fußgängerzonen der Stadt kennen dürften, wo sie regelmäßig zum Einsatz kommen und dafür sorgen, dass die Stadt immer bestmöglich aussieht.
Herzstück des Fuhrparks ist das große Atelier, wo u. a. die Revisionen aller Fahrzeuge durchgeführt werden, aber auch Reparaturen durchgeführt werden können, falls ein Fahrzeug im Einsatz beschädigt wurde oder auch Einzelteile kaputtgegangen sind. Mittwochs sind beispielsweise die Müllfahrzeuge auf dem Prüfstand, erklärt „Chef d'atelier“ Marco Fautsch, einfach weil sie Mittwochs nicht zum Einsatz kommen, entsprechend nach dem Kalender werden die Revisionen gestaffelt.
Für die Ersatzteile zeichnet ein eigener Schlosser, Emile Blom, verantwortlich. „Jedes Fahrzeug kommt bei uns so lange zum Einsatz, wie es technisch vertretbar ist und die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt“, erklärt Camille Engel, „Chef de service“. Erst wenn das nicht mehr geht, dann werden die Fahrzeuge durch neue ersetzt.