(str) – In Echternach ist am frühen Freitagmorgen eines der schönsten und traditionsreichsten Cafés der Abteistadt den Flammen zum Opfer gefallen. Gegen 5 Uhr hatten Anwohner eine starke Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.
Ersten Erkenntnissen zufolge brach das Feuer im hinteren Teil der Gaststätte aus. Als Brandursache kommt ein technischer Defekt in Frage. Das Erdgeschoss wurde komplett zerstört, das restliche Gebäude schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden dürfte sehr hoch sein. „Das kriege ich nie wieder so hin, wie es war“, meinte der Besitzer am Morgen gegenüber wort.lu.
Menschen kamen bei dem Brand nicht zu Schaden. „Es war ein großes Glück, dass das Haus zurzeit nicht bewohnt ist“, betonte ein sichtlich verärgerter Feuerwehrmann aus Echternach am Brandort. In den oberen Stockwerken befanden sich bis vor kurzem noch mehrere Wohnungen. Unter Einsatz ihres Lebens durchsuchten mit schweren Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuerwehrleute das ganze Gebäude, um sicher zu gehen, dass sich nicht doch jemand im Hausinnereren befand.
„Ich bezweifele sehr stark, dass wir jemand aus dem Haus hätten retten können. Die Gasse ist zu eng, als dass wir die Drehleiter hätten ausfahren können."
Anlass zur Wut ist für den erfahrenen Feuerwehrmann allerdings ein ganz anderes Problem: „Wir haben wertvolle Zeit verloren, weil wir uns zuerst einen Weg mit unseren Lastwagen durch die mit Terrassenstühlen und Tischen voll gestellte Fußgängerzone bahnen mussten. Wir machen jetzt schon seit mehr als 10 Jahren auf dieses Problem aufmerksam. Ohne Erfolg, denn wir kriegen uns nicht gegen den örtlichen Geschäftsverband durchgesetzt. Es werden wohl erst Menschen sterben müssen, bevor man auf uns hört.“
Vor Ort im Einsatz waren die Feuerwehren aus Echternach, Consdorf, Osweiler und Grevenmacher, der Notarzt aus Luxemburg-Stadt und die Polizei aus Echternach.
Diese Vorwürfe wies der Präsident des Echternacher Geschäftsverbands, Steve Wagner, am späten Vormittag gegenüber wort.lu entschieden zurück. „Das ist ein starkes Stück, so etwas zu behaupten,“ empört sich Wagner. „Heute morgen um 5 Uhr waren in der Fußgängerzone keine Tische und keine Stühle aufgerichtet. Diese standen allesamt ordnungsgemäß an der Seite. Ich war selbst vor Ort und kann das bezeugen.“
Regelmäßig würde man sich zudem mit der Feuerwehr treffen, und Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit in der Fußgängerzone zu gewährleisten. Seit 2006 sei er Präsident des Geschäftsverbandes und niemals habe es Misstöne gegeben, niemals habe die Feuerwehr auf ein Problem in der Fußgängerzone hingewiesen, unterstreicht Steve Wagner.
Im Gegenteil, der Geschäftsverband pflege eine sehr freundschaftliche Beziehung zur örtlichen Feuerwehr, der Wagner eine ausgezeichnete Arbeit bescheinigt.
„Ich kann auch nicht verstehen, wieso der Geschäftsverband jetzt kritisiert wird“, meint Wagner weiter. „Wir haben keinen Einfluss auf die Aufstellung der Terrassenmöbel. Diese wird per Gemeindereglement geregelt. Die Terrassenbetreiber haben sich bislang auch immer an diese Regeln gehalten.“
Ein einziger Feuerwehrwagen - ein Lastwagen aus Consdorf - sei am Morgen in der Tat bei einem Wendemanöver in der Fußgängerzone behindert worden. Und zwar habe der Fahrer wegen einer fest installierten und sich im vorgesehenen Parameter aufgerichteten Terrasse mehrfach zurücksetzen müssen, um wenden zu können. Das habe aber nur wenige Augenblicke in Anspruch genommen.