(vb) – Der Unmut der Ladenbesitzer über schlampiges Management im Einkaufszentrum Belvalplaza ist nicht neu. Nun springt wieder ein Ladenbesitzer ab: Nur anderthalb Jahre nach der Eröffnung schließt das Sportgeschäft Asport seine Türen.
Unter den Einzelhändlern rumort es: Seit der Eröffnung des großspurig angekündigten Einkaufszentrums Belvalplaza nehmen die Klagen kein Ende. Zum einen bleibt der Kundenandrang weit hinter den Erwartungen zurück, zum anderen beschweren sich die Mieter über das Gebäudemanagement.
Beides zusammen war für ASport der Grund, die dritte Filiale in Belval zu schließen. Mit Wirkung zum 30. Juni kündigten sie den Mietvertrag, seit Donnerstag bleiben dort die Türen zu. Der Kommunikationsbeauftrage von ASport, Romain Haas, klagt über eine ganze Reihe von Missständen in dem Shopping-Center. So sei beispielsweise die Eingangstür trotz mehrerer Beschwerden technisch nicht in Ordnung, wichtige Kabelverbindungen noch nicht gelegt und die Mitarbeiter-Toiletten nicht benutzbar.
"Der Auslöser war aber die Haltung des so genannten Managements von Belvalplaza I Mall, dem Besitzer des Gebäudes. Wir hatten immer andere Ansprechpartner, zuletzt hat niemand mehr auf unsere Schreiben reagiert", sagt Haas. Deshalb habe man sich "schweren Herzens" entschieden, den Laden zu schließen. Die Mitarbeiter werden auf die zwei übrigen Filialen in Wickringen und Ingeldorf verteilt, so dass niemand entlassen wird.
ASport ist nicht das erste Geschäft, dass sich aus Belvalplaza zurückzieht. Für Aufsehen sorgten die "Messageries du Livre", die zusammen mit einem Zeitungskiosk im September letzten Jahres dicht machten. Vor kurzem musste ein Café schließen, zudem gibt es zahlreiche Läden, die seit der Eröffnung leer stehen. "Das ist für die Kunden natürlich keine schöne Atmosphäre", klagt Romain Haas. "Was dringend notwendig wäre, ist ein konsequentes Marketing für das gesamte Einkaufszentrum. Aber das wird nicht praktiziert."
Die Folge: Die Kundenströme bleiben weit unter dem angekündigten Ausmaß. Wurden den Geschäftsinhabern anfangs noch 80 000 Kunden pro Woche in Aussicht gestellt, so stellte sich bald Ernüchterung ein. "Jetzt sind wir bei weit unter 16 000 Kunden", meint Haas.
Dies liegt wohl nicht zuletzt daran, dass der angekündigte Lebensmittelmarkt in Belvalplaza 2 noch nicht in Betrieb ist. Dieser, so das Management, hätte die Kundenzahlen auf 120 000 hochschnellen lassen sollen. Doch die Eröffnung wurde mehrmals verschoben. "Der Delhaize hätte schon viel geholfen", meint Romain Haas. "Meiner Meinung nach hätte er von Anfang an da sein müssen."
Nach der Schließung der "Messageries du Livre" im September hatten die geschockten Pächter ein klärendes Gespräch mit der Bevalplaza-Direktion einberufen. Diese war allerdings nicht erschienen. Verantwortlich für den Bau und den Betrieb der Gebäude ist Multiplan, eine Partnerfirma der niederländischen Bank SNS. Multiplan machte mehrfach Schlagzeilen wegen angeblich nicht bezahlter Rechnungen der Baufirma und zog zuletzt gegen SNS mit einer Schadenersatzklage von 150 Millionen Euro vor Gericht.
Bei der Belvalplaza-Direktion wollte man den Vorgang nicht kommentieren. Direktor Jos de Mol gab auf Anfrage des "Luxemburger Wort" keine Stellungnahme ab. Ronald Schaaphok, Manager des Shopping Center, sagte lediglich, er sei "erstaunt" über die Entscheidung.