30.07.2010 10:44 Uhr, aktualisiert 30.07.2010 10:48 Uhr




Gratwanderung für Krankenhäuser
Verzögerungen bei Krebsdiagnosen
Einem Luxemburger Krankenhaus droht ein Gerichtsverfahren wegen "perte de chance" eines Patienten.

(FeMo) - Das Luxemburger "Laboratoire national de santé" (LNS) braucht zu lange Zeit, um Gewebeproben von Patienten mit Krebsverdacht zu analysieren. Nun schlagen Ärzte und Krankenhäuser Alarm. Das schreibt die Wochenzeitung "d'Lëtzebuerger Land" in ihrer jüngsten, an diesem Freitag erschienenen Ausgabe.

Die Zeitung zitiert unter anderem Marc Hastert, den Generalsekretär des Krankenhaus-Verbunds mit dem folgenden Satz: "Bei den Krebsanalysen gibt es ganz große Verzögerungen". Die Lage sei wirklich kritisch.

Dem "Land" zufolge droht einem Krankenhaus in der Zwischenzeit auch ein Gerichtsverfahren, das ein Krebspatient wegen einer so genannten "perte de chance" angestrengt haben soll. Wenn es vier oder fünf Wochen statt einer Woche dauert, bis die Ergebnisse von Analysen vorliegen, kann dies die Heilungschancen stark beeinträchtigen.

Die Ursachen der Misere sind seit längerem bekannt: Es gibt im LNS einen Mangel an Pathologen und der wiederum sei auf die im öffentlichen Dienst geltenden Einstellungsvorschriften zurückzuführen. Claude Schummer, der Generalsekretär des Ärzteverbandes, bringt es auf den Punkt: "Wenn man Pathologen mit Bac+12 nur eine Staatslaufbahn anbieten kann, dann findet man nicht mal mehr in Osteuropa einen".

Ihre Meinung zum Thema

( 3 )
  • Jean-Paul Thies meint:
    30.07.2010, 20:44 Uhr
    Majo wéi et schengt gett och an eisem "Laboratoire national de santé"un Leit gespurt. Schlemm wann een esou eppes heiert . Mee wann een vun eisen Ministeren eng Analyse gemach kritt deen huet jo doudsecher prioritéit visavis vun engem Normalbierger !!!
  • M. Theis meint:
    30.07.2010, 17:21 Uhr
    Tja, der Minster ist ja im Moment damit beschäftigt, wie er das alljährliche Finanzloch in der CNS stopfen kann. Da bleibt keine Zeit mehr für die wirklich wichtigen Probleme!
  • Nic Scheitler meint:
    30.07.2010, 12:02 Uhr
    Dabei ist unser Gesundheitswesen der Aussage unseres Gesundheitsminister nach eines der (das) BESTE(N).Kleine Mängel wie im Artikel beschrieben fallen da sicherlich nicht ins Gewicht.Sind Einstellungsvorschriften wichtiger als Heilungschancen?