(FeMo) - Das Luxemburger "Laboratoire national de santé" (LNS) braucht zu lange Zeit, um Gewebeproben von Patienten mit Krebsverdacht zu analysieren. Nun schlagen Ärzte und Krankenhäuser Alarm. Das schreibt die Wochenzeitung "d'Lëtzebuerger Land" in ihrer jüngsten, an diesem Freitag erschienenen Ausgabe.
Die Zeitung zitiert unter anderem Marc Hastert, den Generalsekretär des Krankenhaus-Verbunds mit dem folgenden Satz: "Bei den Krebsanalysen gibt es ganz große Verzögerungen". Die Lage sei wirklich kritisch.
Dem "Land" zufolge droht einem Krankenhaus in der Zwischenzeit auch ein Gerichtsverfahren, das ein Krebspatient wegen einer so genannten "perte de chance" angestrengt haben soll. Wenn es vier oder fünf Wochen statt einer Woche dauert, bis die Ergebnisse von Analysen vorliegen, kann dies die Heilungschancen stark beeinträchtigen.
Die Ursachen der Misere sind seit längerem bekannt: Es gibt im LNS einen Mangel an Pathologen und der wiederum sei auf die im öffentlichen Dienst geltenden Einstellungsvorschriften zurückzuführen. Claude Schummer, der Generalsekretär des Ärzteverbandes, bringt es auf den Punkt: "Wenn man Pathologen mit Bac+12 nur eine Staatslaufbahn anbieten kann, dann findet man nicht mal mehr in Osteuropa einen".