(str) - Direkte staatliche Hilfen, mittelfristige Kostensenkungen und ein Agrargipfel im Oktober, das sind die Maßnahmen, die die Regierung zur Unterstützung der Landwirtschaft ergreifen will. Konkrete Zahlen werden aber noch nicht genannt, denn diese will das Landwirtschaftsministerium erst nach der Getreideernte festlegen – und die kündigt sich schlecht an.
Der ganze Agrarsektor habe stark unter der Krise 2009 gelitten und deshalb habe die Regierung auch keine Sparmaßnahmen ergriffen, die der Landwirtschaft zu Lasten fallen könnten, betonte der zuständige Minister Romain Schneider am Donnerstagnachmittag.
Als kurzfristige Hilfestellung sollen den Landwirten vor allem staatliche Zuzahlungen bei den sozialen Abgaben und der Mehrwertsteuer zugestanden werden. Während diese Maßnahmen bislang nur dem Milchsektor zu Gute kamen, sollen sie künftig auf die gesamte Agrarbranche ausgeweitet werden.
Zur Kostensenkung soll auch ein Sondertarif für Wasser und Abwasser beitragen. Zudem sollen Landwirte ungeachtet ihrer Wohngemeinde landesweit den gleichen Wasserpreis zahlen. Mittel und langfristig Kosten sparen will man mit vereinfachten und schnelleren Prozeduren bei den Umweltauflagen. Sowohl die Landwirtschaft wie auch der Staat würden hiervon profitieren, meint Romain Schneider.
Im Oktober sollen dann Vertreter aller Agrarbranchen ihm Rahmen eines Agrargipfels mit Premier Juncker, Finanzminister Frieden und Landwirtschaftsminister Schneider zusammentreffen. Der Inhalt der Gespräche sei stark von den Ernteergebnissen 2010 abhängig – und diese kündigen sich aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit sehr schlecht an, hieß es.