16.06.2010 13:21 Uhr, aktualisiert 16.06.2010 16:25 Uhr




Di Bartolomeo
Gen-Kartoffel kommt nicht nach Luxemburg!
Pflanze enthält ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika

Foto: AP
Die Europäische Kommission hat im März dieses Jahres nach gut drei Jahren Prüfung grünes Licht für den Anbau der Gen-Kartoffel des Chemiekonzerns BASF gegeben.

(jot) - Die Gen-Kartoffel Amflora wird in Luxemburg nicht angepflanzt werden und nicht auf den Markt kommen. Dies kündigte Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo in einem Interview mit dem Luxemburger Wort an.

In einer Pressemitteilung am Mittwochmorgen begründet das Gesundheitsministerium, warum Luxemburg die Schutzklausel bei der Kartoffel angewandt hat. Da Amflora ein Resistenz-Gen gegen Antibiotika enthält, könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Gen-Kartoffel schädlich für die Gesundheit sei.

Die Europäische Kommission hat im März dieses Jahres nach gut drei Jahren Prüfung grünes Licht für den Anbau der Pflanze des Chemiekonzerns BASF gegeben. Gegner der Kartoffel befürchten, dass das in der Pflanze enthaltene Resistenz-Gen gegen Antibiotika die Wirksamkeit von bestimmten Medikamenten beeinträchtigt.

Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo machte gegenüber dem Luxemburger Wort deutlich, dass er gentechnisch veränderten Organismen skeptisch gegenübersteht. „Luxemburg sollte eher auf saubere biologische Vertrauensprodukte setzen. Als kleiner Raum sollte ein Land extrem vorsichtig sein gegenüber Organismen, die seine Bemühungen, saubere Produkte zu garantieren, zunichte machen können. Auch unter meinen Vorgängern gehörte Luxemburg zu dem Lager, das auf das Vorsorgeprinzip setzte“, so Di Bartolomeo.

Ihre Meinung zum Thema

( 4 )
  • Michael Eickermann meint:
    16.06.2010, 22:20 Uhr
    Gerveränderte Organismen sind ja immer wieder für Schlagzeilen gut.
    Im Joghurt und im Tabak werden die GMOs heimlich akzeptiert, bei der Kartoffel nicht. Aber das ist eine Gewissensfrage, die jeder mit sich selbst abmachen muss.

    Die politische Entscheidung Amflora zu verbieten war sicher einfach zu treffen...was soll Luxemburg auch eine Kartoffelsorte zulassen, die für die Stärkeproduktion genutzt wird? Von den 630 ha Kartoffelanbau im Land dienen ca 200 ha der Produktion von Speisekartoffeln, der Rest ist für die Produktion von Pflanzkartoffeln.
    Stärkekartoffel-Anbau macht nur dort Sinn, wo auch entsprechende Materialien produziert werden, also Nahrungsmittelzusätze oder Papierproduktion.

    Im Umkehrschluss wäre nun ein Förderungsprogramm für die Bewahrung einheimischer Kartoffelsorten wünschenswert. Und warum wird nicht endlich mal erforscht, wie die Versauerung der Böden den Kartoffelanbau in Luxemburg beeinflusst? Aber solche Entscheidungen sich vermutlich nicht publikumswirksam genug für die Politik.
    Wir haben eine gute Agrarforschung in Luxemburg. Warum nutzen wir das nicht?
  • M. Enders meint:
    16.06.2010, 15:40 Uhr
    Ech sin jo net emmer anverstanen mat dem Här Bartolomeo sengen Ideen/Décisiounen, mee HEI muss ech em soen:

    RICHTECH Décisioun & GUDD gemach!
  • Europa Eureka meint:
    16.06.2010, 15:04 Uhr
    Villvillvillmols Merci, Här Minister! Super Decisioun!!!
  • deen do meint:
    16.06.2010, 13:34 Uhr
    Gudd sou !!