(FeMo) – Der jüngste Bericht der Unesco über gefährdete Sprachen beschäftigt die Luxemburger – das beweist allein schon ein Blick auf die vielen Kommentare, die wort.lu-Leser noch am Donnerstagnachmittag posteten. Und wie schätzen Sprachspezialisten die Lage ein? Was halten sie von den Unesco-Erkenntnissen?
Grundsätzlich neu seien diese Erkenntnisse nicht, sagt beispielsweise Sprachexperte Jerôme Lulling in einem Gespräch mit Radio DNR. Luxemburgisch werde nun mal nicht mehr in allen Bereichen des täglichen Lebens benutzt. Ein klassisches Beispiel sei der Gesundheitsbereich. „Viele Ärzte sprechen kein Luxemburgisch, wir können deshalb aber nicht auf diese Ärzte verzichten.“
In den vergangenen Jahrzehnten seien manche Fehler gemacht, vieles sei unterlassen worden. Lulling versteht bis heute nicht, weshalb es in Luxemburger Schulen lange Jahre die Luxemburgisch-Lücke gab.
Für ihn steht aber auch fest, dass „wir uns bewusst werden müssen, was wir am Luxemburgischen haben“. Die Luxemburger seien selber schlecht über ihre eigene Sprache informiert: „Wir haben kein richtiges Gefühl für unsere Sprache und können sie nicht richtig einsetzen.“
An Spekulationen über die Zukunft des Luxemburgischen möchte sich der Sprachenfachmann nicht beteiligen. Viel hänge davon ab, wie viele Ausländer und wie viele Kinder von Ausländern dazu bereit seien, die Sprache zu erlernen. Eines dürfe man nicht unterschätzen: "Luxemburgisch ist eine extrem komplexe Sprache“. Für Nicht-Luxemburger sei es schwierig, sie zu erlernen.
Trotzdem will Jerôme Lulling erkannt haben, dass das Luxemburgische derzeit durch „neue Technologien“ eine Art Emanzipationsprozess durchlaufe: Beim Verfassen von Emails oder SMS würde Luxemburgisch zunehmend häufiger benutzt. Auf der anderen Seite fehlten aber auch technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Grammatik-Checker oder Computer-Programme, die Luxemburgisch erkennen.
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