Lëtzebuerg
19.02.2009 17:45 Uhr, aktualisiert 20.02.2009 10:12 Uhr

Emanzipiert sich das Luxemburgische?

Wovon hägt das Überleben der Luxemburger Sprache ab?



Foto: Serge Waldbillig
Jerôme Lulling: „Wir haben kein richtiges Gefühl für unsere Sprache und können sie nicht richtig einsetzen.“

(FeMo) – Der jüngste Bericht der Unesco über gefährdete Sprachen beschäftigt die Luxemburger – das beweist allein schon ein Blick auf die vielen Kommentare, die wort.lu-Leser noch am Donnerstagnachmittag posteten. Und wie schätzen Sprachspezialisten die Lage ein? Was halten sie von den Unesco-Erkenntnissen?

Grundsätzlich neu seien diese Erkenntnisse nicht, sagt beispielsweise Sprachexperte Jerôme Lulling in einem Gespräch mit Radio DNR. Luxemburgisch werde nun mal nicht mehr in allen Bereichen des täglichen Lebens benutzt. Ein klassisches Beispiel sei der Gesundheitsbereich. „Viele Ärzte sprechen kein Luxemburgisch, wir können deshalb aber nicht auf diese Ärzte verzichten.“

Luxemburgisch-Lücke im Unterricht

In den vergangenen Jahrzehnten seien manche Fehler gemacht, vieles sei unterlassen worden. Lulling versteht bis heute nicht, weshalb es in Luxemburger Schulen lange Jahre die Luxemburgisch-Lücke gab.

Für ihn steht aber auch fest, dass „wir uns bewusst werden müssen, was wir am Luxemburgischen haben“. Die Luxemburger seien selber schlecht über ihre eigene Sprache informiert: „Wir haben kein richtiges Gefühl für unsere Sprache und können sie nicht richtig einsetzen.“

Eine extrem komplexe Sprache

An Spekulationen über die Zukunft des Luxemburgischen möchte sich der Sprachenfachmann nicht beteiligen. Viel hänge davon ab, wie viele Ausländer und wie viele Kinder von Ausländern dazu bereit seien, die Sprache zu erlernen. Eines dürfe man nicht unterschätzen: "Luxemburgisch ist eine extrem komplexe Sprache“. Für Nicht-Luxemburger sei es schwierig, sie zu erlernen.

Trotzdem will Jerôme Lulling erkannt haben, dass das Luxemburgische derzeit durch „neue Technologien“ eine Art Emanzipationsprozess durchlaufe: Beim Verfassen von Emails oder SMS würde Luxemburgisch zunehmend häufiger benutzt. Auf der anderen Seite fehlten aber auch technische Hilfsmittel wie zum Beispiel Grammatik-Checker oder Computer-Programme, die Luxemburgisch erkennen.

Ihre Meinung zum Thema

( 5 )
  • benny boudia meint:
    21.02.2009, 00:12 Uhr
    wikipedia ass tatsächlech top, hunn do dësen Artikel zu de Spellcheckeren am Lëtzebuergesche fonnt. Sou e klengt Land an 2 Spellcheckeren? Hei de Link am Wikipedia

    http://lb.wikipedia.org/wiki/Spellchecker
  • GINDT JEAN-LOUIS meint:
    20.02.2009, 19:59 Uhr
    Selbstverständlech gett et nach deen Online Checker: en huet eng nei URL: http://spellchecker.lu

    Donierwend ass de Lëtzebuerger Wikipedia e besonnesch wertvoll Plaz, wou nëmme Lëtzbebuergesch geschriwwe gett. Mäin Opruff: maacht mat bei der Lëtzebuerger Wikipedia: http://lb.wikipedia.org
  • benny boudia meint:
    20.02.2009, 17:28 Uhr
    um Site Bonjour.lu ass riets eng Kolonn mam Link op de Cortina Spelli, mä souwäit ech weess, schafft den Här Lulling scho laang net méi drun. Eng exzellent Iddi, schued, datt se opgehal hunn. An ech kann och just hoffen, datt mir geschwënn e Grammarchecker kréien an och Sproocherkennungssoft.
  • Pierre Schmitt meint:
    20.02.2009, 16:27 Uhr
    Get et eigentlech nach en Online Checker fir Letzebuergesch? Mai Projet Cortina Link ass doud an e war esou praktesch.

    PS: dat mat den (99% franséischen) Doktoren déi kee Wuert vun der Sproch kennen gét mer furchtbar op d'Schlappen.
  • benny boudia meint:
    19.02.2009, 22:24 Uhr
    interessant Thèse vum Här Lulling, mä wann d'Iwwerliewe vun eiser Sprooch vun den Auslänner ofhänkt, da fron ech mech just firwat et bis 2009 gedauert huet, datt endlech de Congé linguistique kënnt? Wat maachen eis dichteg Käpp nëmmen an der Chamber? Firwat gouf et dat net scho ganz laang virdrun? En Hohn.