(str/mth) – Die Ermittlungen um den Unfall am Freitagabend in Foetz, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, beschränken sich darauf, den genauen Unfallhergang zu klären. „Es gibt derzeit keine strafrechtlichen Untersuchungen“, betonte Staatsanwalt Jean-Paul Frising am Dienstag gegenüber wort.lu. Tod durch Fremdeinwirkung könne man zweifelsfrei ausschließen.
Drei ältere Franzosen aus dem nahen Grenzgebiet waren am Freitagabend während eines Unwetters in einer überfluteten Autobahnunterführung ertrunken. Ohne im Detail auf den Stand der Ermittlungen eingehen zu wollen, erklärte Frising, die drei Unfallopfer hätten den Radweg, der zu dem Tunnel unter der A4 führt, mit ihrem Kleinwagen von Monnerich in Richtung Schifflingen befahren. Zuvor seien die Opfer vermutlich in einen Einkaufszentrum in Foetz gewesen.
Wie wort.lu am Montag berichtete, befinden sich auf beiden Seiten des 50 Meter langen Tunnels halbautomatische Schranken, die den Zugang zum Tunnel im Fall einer Überschwemmung versperren sollen. Drei Tage nach dem Unfall war der Tunnel beidseitig mit provisorischen Absperrgittern versehen. Die Schranke zur Schifflinger Seite war unten. Die Schranke zur Monnericher Seite war jedoch oben.
Ob am Unfallabend tatsächlich eine Schranke geöffnet und die andere geschlossen war, sollen die Ermittler der Kriminalpolizei klären. „Den Fall gesetzt, dass die Schranke auf einer Seite defekt war, bringt dies allerdings nicht zwangsläufig strafrechtliche Ermittlungen gegen eventuelle Verantwortliche mit sich,“ betont Staatsanwalt Frising. „Der Weg war eindeutig mit einem allgemeinen Fahrverbot gekennzeichnet. Die Unfallopfer haben eindeutig gesetzwidrig gehandelt, als sie den Radweg mit ihrem Auto befahren haben.“
Auch seitens der Straßenbauverwaltung, in dessen Kompetenzbereich der Tunnel liegt, bemüht man sich derzeit um eine rasche Aufklärung. Das betonte Bautenminister Claude Wiseler bereits am Montagabend gegenüber wort.lu. "Es versteht sich von selbst, dass die Polizei im Fall einer solchen Tragödie eine Untersuchung einleitet", so Wiseler. Falls aber ein Sicherheitsproblem bestehe, müsse es schnellstmöglich beseitigt werden.