Drei Tote durch Ertrinken
26.01.2009 16:12 Uhr, aktualisiert 27.01.2009 11:32 Uhr

Nach dem Drama von Foetz: Untersuchungen laufen

Wie konnten drei Menschen in der Unterführung eines Fahrradwegs ertrinken?

Michel Thiel


Foto: Michel Thiel
Auf der Schifflinger Seite ist der Tunnel durch eine Schranke mit einem unmissverständlichen Warnschild abgesperrt.

Nachdem am Freitagabend drei Menschen in ihrem Auto nach starken Regenfällen im Unterführungstunnel einer Autobahn ertranken, laufen jetzt die Untersuchungen über den Unfallhergang auf Hochtouren. Der Tunnel liegt im Kompetenzbereich der Straßenbauverwaltung. Bautenminister Claude Wiseler sagte gegenüber wort.lu, dass man sich um eine schnelle Aufklärung des Unfallhergangs bemühe.

"Es versteht sich von selbst, dass die Polizei im Fall einer solchen Tragödie eine Untersuchung einleitet", so Wiseler. Falls ein Sicherheitsproblem bestehe, müsse es schnellstmöglichst beseitigt werden. Die "Ponts et Chaussées" würden auf jeden Fall an der Aufklärung des Unfallhergangs mit Hochdruck arbeiten.

Der Tunnel liegt am tiefsten Punkt einer Senke und führt in Foetz unter der Escher Autobahn (A4) hindurch. Der nur zum Teil asphaltierte Weg auf beiden Seiten gehört zur Radweg PC6 und Verbindet an diesem Teilstück Monnerich und Schifflingen. In beiden Ortschaften ist der Weg unmissverständlich als Radweg gekennzeichnet und mit Verbotsschildern für den Autoverkehr versehen. Zudem gibt es Warnschilder, die auf die Überschwemmungsgefahr hinweisen.

  • Bild für Bild

Stand die Schranke an einer Seite des Tunnels offen?

Der Tunnel selbst kann im Prinzip auf beiden Seiten im Überschwemmungsfall durch automatische Schranken abgesperrt werden. Auch hier weisen Schilder auf die Gefahr hin. Wegen der geografischen Lage des nicht einmal 50 Meter langen Tunnels steht dieser im Fall starker Niederschläge systematisch unter Wasser, wie der Monnericher Bürgermeister Dan Kersch gegenüber der Presse bestätigte.

Am Montag war der Tunnel auf beiden Seiten mit provisorischen Absperrgittern versehen. Während jedoch an einer Seite die automatische Schranke geschlossen war, stand sie auf der Monnericher Seite sperrangelweit offen. Wer also von dieser Seite in den Tunnel hineinfährt, sitzt quasi in der Falle, während das Wasser den Tunnel vollaufen lässt.

Die Umgebung des Tunnels besteht aus sumpfigem Gelände, an dem sich das Wasser in zahlreichen Tümpeln staut. Dies trägt weiter dazu bei, dass sich das Wasser an dem tiefsten Punkt, an dem der Tunnel sich befindet, sehr schnell sammeln kann.

Ihre Meinung zum Thema

( 6 )
  • Sacha B. meint:
    27.01.2009, 15:34 Uhr
    Also ech muss do dem Här Miller recht ginn. Natirlech ass daat waat geschitt ass ganz tragesch, wéi all Akzident wou irgendeen em d'Liewen kënnt. Mee muss dann elo hei onbedingt irgendeen een Schëllegen gesicht ginn? Muss en Veloswee deen oft iwwerschwemmt ass dann durch automatech Schranken gesëchert ginn? Wann daat elo bei all Veloswee gemaach gett deen dacks ënner Waasser steet majo dann... Wann mir d'Geld esou kënnen ausginn a keng Suen brauchen fir op aanere Platzen wou se vielleicht besser investéiert sinn.... Ech mengen Schëlder mussen duergoen. All Mensch kann Schëlder liesen. Et leit un jiderengem och selwer matzedenken. Iwregens, ech kennen dei Plaatz, sinn selwer schons mei wéi emol mam Velo do gefuer an et ass kloer ze erkennen dass et keng Strooss ass déi fir en Auto gemaach ass. Wéi gesoot, et ass tragech waat geschitt ass, mee Schold dorun ass a mengen Aan eben just d'Onachtsamkeet vun de Leit dei mam Auto erof gefuer sinn. Daat huet näischt domat ze dinn, dass aaner Leit keng Fehler maachen, mee hei brauch een awer net d'Schold nach bei anere Leit sichen ze goen. Muss een wuel och net op all Veloswee d'Méigelechkeet hunn fir do en Auto ze dréinen.

    Daat waat een de Ponts & Chaussées kann firwefen ass, dass dei Platz do, wéi och d'Autobunnsopfahrt allkéiers zou sinn wann en mol bessen méi reent. Do kéint jo awer dann emol eppes gemaach ginn fir dass do net ëmmer muss alles gespaart ginn. Fir de Recht ass et un jidderengem e bessen matzedenken (Schëlder liesen) an et kann een dach net ëmmer d'Schold op aanerer ofdrecken wann emol eppes schlëmmes geschitt.
  • Robert Schmitz meint:
    27.01.2009, 15:27 Uhr
    Här Miller,
    Liest mol waat den Här Roland B. seet. Et sin eeler Leit gewiecht dei sech heechswaarscheinlech verfuer hun..Mä bon,....
  • Philippe Hoffmann meint:
    27.01.2009, 10:46 Uhr
    Daer wuel am mansten Haer Miller. daer maacht warscheinleg nie Feeler. Fuerchtbar.
  • Roland B meint:
    27.01.2009, 09:46 Uhr
    Das Problem mit diesem Tunnel ist seit langem bekannt. Die automatischen Schranken funktionieren nicht und wurden vor Jahren durch Schilder (wie auf Bild 3) oder Plasikabsperrungen ersetzt. Leider hat die Verwaltung der 'Ponts et Chaussées' die Instandhaltung der Schranken und Pumpen nicht als vorrangig angesehen.
    Villeicht wurde die Sperrung der Route d'Esch infolge der Ueberschwemmung in Monnerich an jenem Tag den Meschen zum Verhaengnis. Anstatt zu wenden sind sie villeicht in die 'rue des Champs' eingebogen. Diese Strasse ist nicht als Sackgasse gekennzeichnet und muendet auf den Radweg. Hinzu kommt das Alter der Personen, sintflutartiger Regen, schlecht Sicht und keine Moeglichkeit das Fahrzeug zu wenden wenn man erst einmal auf dem unbefestigten Radweg ist.

    Bleibt nur zu hoffen dass in Zukunft die Behoerden auf Hinweise auf defekte Infrastruktur aus der Bevoelkerung schneller reagieren.
  • Jempy meint:
    27.01.2009, 08:20 Uhr
    Also ech sin der Menung, do sollt en dach eng Überführung bauen, mir hun jo schliesslech dat néidigt Geld. Et hät den groussen Virdel datt mir domadder eis auslännig Mattbierger schützen, den ken letzebuergisch schwetzen oder liesen. Wou machen eis Frontalieren den Führerschein, hun déi am Frankreich keng Schölder, oder sin déi nach wie vor der Menung, sech zu Letzebuerg un naischt halen ze missen.
    Ech géif an desem Fall emol keng Enquete féieren, allgemeines Fahrverbot, set dat net genuch
  • Rick Miller meint:
    26.01.2009, 23:29 Uhr
    Also och wann elo d´Gefoor besteet, dass mech all d´Gutmenschen ugräifen, ech fannen trotzdem, dass hei d´Schold ganz alleng beim Autofuerer läit deen op déi domm Idee komm as do eran ze fueren. Also op déi Idee géif ech net mol mam Motorrad kommen oder wann iwerall Stau wär. As jo och ze schmuel an et mierkt een ganz kloer, dass daat keng Stroos as!!

    Also hei muss keen en schlecht Gewessen hun.