Nachdem am Freitagabend drei Menschen in ihrem Auto nach starken Regenfällen im Unterführungstunnel einer Autobahn ertranken, laufen jetzt die Untersuchungen über den Unfallhergang auf Hochtouren. Der Tunnel liegt im Kompetenzbereich der Straßenbauverwaltung. Bautenminister Claude Wiseler sagte gegenüber wort.lu, dass man sich um eine schnelle Aufklärung des Unfallhergangs bemühe.
"Es versteht sich von selbst, dass die Polizei im Fall einer solchen Tragödie eine Untersuchung einleitet", so Wiseler. Falls ein Sicherheitsproblem bestehe, müsse es schnellstmöglichst beseitigt werden. Die "Ponts et Chaussées" würden auf jeden Fall an der Aufklärung des Unfallhergangs mit Hochdruck arbeiten.
Der Tunnel liegt am tiefsten Punkt einer Senke und führt in Foetz unter der Escher Autobahn (A4) hindurch. Der nur zum Teil asphaltierte Weg auf beiden Seiten gehört zur Radweg PC6 und Verbindet an diesem Teilstück Monnerich und Schifflingen. In beiden Ortschaften ist der Weg unmissverständlich als Radweg gekennzeichnet und mit Verbotsschildern für den Autoverkehr versehen. Zudem gibt es Warnschilder, die auf die Überschwemmungsgefahr hinweisen.
Der Tunnel selbst kann im Prinzip auf beiden Seiten im Überschwemmungsfall durch automatische Schranken abgesperrt werden. Auch hier weisen Schilder auf die Gefahr hin. Wegen der geografischen Lage des nicht einmal 50 Meter langen Tunnels steht dieser im Fall starker Niederschläge systematisch unter Wasser, wie der Monnericher Bürgermeister Dan Kersch gegenüber der Presse bestätigte.
Am Montag war der Tunnel auf beiden Seiten mit provisorischen Absperrgittern versehen. Während jedoch an einer Seite die automatische Schranke geschlossen war, stand sie auf der Monnericher Seite sperrangelweit offen. Wer also von dieser Seite in den Tunnel hineinfährt, sitzt quasi in der Falle, während das Wasser den Tunnel vollaufen lässt.
Die Umgebung des Tunnels besteht aus sumpfigem Gelände, an dem sich das Wasser in zahlreichen Tümpeln staut. Dies trägt weiter dazu bei, dass sich das Wasser an dem tiefsten Punkt, an dem der Tunnel sich befindet, sehr schnell sammeln kann.