Patrick Dury: Letztlich sind es doch die negativen Nachrichten vom Abbau der Arbeitsplätze, die hängen bleiben. In diesem Fall wiegt das Negative schwerer.
Eigentlich bleibt noch alles zu tun. Wir müssen jetzt die notwendige Zeit bekommen, beispielsweise um jene Maßnahmen vorzubereiten, mit denen die freiwilligen Abgänge ermöglicht werden sollen. Bereits am 19. Dezember wird eine Stahl-Dreierkonferenz stattfinden und die müssen wir auf jeden Fall erfolgreich zu Ende bringen.
In meinen Augen stellt sich diese Frage nicht, weil wir nachträglich überhaupt nicht einschätzen können, wie sich die Lage ohne die Fusion entwickelt hätte. Die Fusion ist heute ebenso eine Tatsache wie die Krise auf dem Stahlmarkt eine Tatsache ist. Wichtig ist doch, dass es Wege gibt, um niemanden in die Arbeitslosigkeit schicken zu müssen.
Ich kann diese Auslegung nicht teilen. Ich kann nicht erkennen, dass die konjunkturelle Krise benutzt werden soll, um Mitarbeiter zu entlassen beziehungsweise abzubauen. Man muss aber auch sehen, dass gerade am Hauptsitz des Konzerns in Luxemburg in den vergangenen sechs Jahren die Zahl der Beschäftigten sehr gestiegen war - von 250 auf rund 1.000.
Die Luxemburger Produktionsstandorte sind mittlerweile so modern, dass dort nicht mehr viel abgebaut werden kann. Und letztlich darf man auch nicht vergessen, dass der Konzern spätestens morgen oder übermorgen seine Mitarbeiter wieder brauchen wird, wenn die Zahl der Aufträge erneut steigt. Viele gehen ja davon aus, dass wir das Schlimmste im zweiten Halbjahr 2009 hinter uns haben werden. Noch einmal: Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen zurzeit Lösungen für Konjunkturprobleme finden.
Interview: Fern Morbach