(FeMo) – Rund 400 Arbeitsplätze will der Stahlkonzern ArcelorMittal am Standort Luxemburg abbauen. Betroffen sind vor allem die Verwaltung und der Verkauf.
Entlassungen soll es keine geben. Bei ArcelorMittal setzt man auf so genannte freiwillige Abgänge. Man will aber auch auf Instrumente wie die "Cellule de reclassement" zurückgreifen. Am Sitz von ArcelorMittal sind zurzeit rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Abbau betrifft demnach fast die Hälfte.
Das wurde am Freitagvormittag nach einem Treffen der Luxemburger „Sidérurgie asbl“ mit Vertretern des Managements von ArcelorMittal bekannt. Um 9 Uhr hatten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber im ArcelorMittal-Sitz im Rousegäertchen im Bahnhofsviertel in Luxemburg-Stadt getroffen. Unmittelbar nach dem Treffen äusserte sich als einziger John Castegnaro vor der Presse. Der frühere OGBL-Präsident ist Mitglied des Verwaltungsrates von ArcelorMittal.
Bereits am Donnerstag hatte der Konzern angekündigt, weltweit 9.000 Jobs streichen zu wollen, um so bis zu einer Milliarde Euro jährlich einsparen zu können. In Europa soll die Zahl der Beschäftigten um 6.000 verringert werden. Klar war seitdem auch, dass es auch am Standort Luxemburg zu einem Arbeitsplatzabbau kommen werde. Insgesamt will der Stahlproduzent etwa drei Prozent seiner weltweit 326.000 Mitarbeiter entlassen.
Am Donnerstag hatten ausländische Gewerkschaftler die Vorschläge von ArcelorMittal in Frage gestellt. Es sei kaum vorstellbar, dass sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten genügend "Freiwillige" finden liessen. Wer wolle schon das Risiko auf sich nehmen, einen Job aufzugeben um danach keinen neuen zu finden?
Die Vereinigung „Sidérurgie asbl“ wurde im Mai 2002 von den beiden Luxemburger Gewerkschaften LCGB und OGBL gegründet. Auslöser war damals die Fusion von Aceralia, Arbed und Usinor zur Arcelor. Die Vereinigung versucht in erster Linie, die Interessen der an den Luxemburger Standorten Beschäftigten des Unternehmens zu vertreten und und zu verteidigen.
In seiner Samstagsausgabe veröffentlicht das "Luxemburger Wort" ein ausführliches Gespräch mit dem Arbedmanager.