Präventive Ausbildung
19.11.2008 07:19 Uhr

„Niemand wird als Eltern geboren“

Privatklinik Dr. E. Bohler und Fondation Kannerschlass unterzeichnen Konvention



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Möglichst frühzeitig sollen Eltern lernen, wie sie ihren Kindern eine solide Basis für ein glückliches Leben verschaffen können.

Von Agnes Kralj

Am Dienstag wurde ein Partenariatsabkommen zwischen der Privatklinik Dr. E. Bohler und der Elternschule Janusz Korczak unterzeichnet, womit die Zusammenarbeit beider Institutionen zur Unterstützung von Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe eine offizielle Grundlage erhielt.

Der Vertragsabschluss erfolgte in Gegenwart von Familien- und Integrationsministerin Marie-Josée Jacobs, von Christian Oberlé, Generaldirektor der Dr. Bohler-Klinik, von Verwaltungsratspräsident Dr. Raymond Lies, von Psychologe Gilbert Pregno, Direktor der Fondation Kannerschlass und der Elternschule mit seinen Mitarbeitern, den Verantwortlichen der Elternschulen in Esch und Luxemburg, den Kursusverantwortlichen und den Mitarbeitern der Klinik. Auch die Abgeordnete und Escher Schöffin Vera Spautz sowie Marianne Rodesch-Hengesch, Ombudsfrau für die Rechte der Kinder, bekundeten ihr Interesse an dieser Partnerschaft, die das Wohlbefinden von Eltern und Kindern anpeilt, dies hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung zu einer besseren Gesellschaft.



Foto: Charles Caratini
Bei der Unterzeichnung des Abkommens: Ministerin Marie-Josée Jacobs, Gilbert Pregno, Direktor der Elternschule, Verwaltungsratspräsident Dr. Raymond Lies, „Directrice des soins“ Béatrice Pettiaux und Generaldirektor Christian Oberlé (v.l.n.r.).

Plus 20 Prozent in drei Jahren

Christian Oberlé von der Generaldirektion der 1956 gegründeten Privatklinik Dr. Bohler, die sich seit Anfang 2006 unter neuer Direktion auf dem Kirchberg befindet, wies auf den Geburtenzuwachs von 20 Prozent in den vergangenen drei Jahren in der Klinik hin, die auf den gynäkologischen Bereich spezialisiert ist und ein Mutter-Kind-Zentrum begreift, das sich mit Schwangerschaft und Geburt befasst und den Müttern vor- und nachgeburtliche Betreuung zukommen lässt. In diesem Zusammenhang sei die Vernetzung mit dem Gesundheits- und dem Familienministerium untrennbar.

Dr. Raymond Lies hält die Öffnung der Spitäler für wesentlich, da die Arbeitsaufteilung sich zunehmend nach außen verlagere. Fachleute außerhalb der Krankenhäuser seien näher am Patienten, und es gelte, Eltern und Kinder nach dem Aufenthalt in der Geburtsklinik weiter zu begleiten. In diesem Sinne erachte er es als eine Ehre, das Abkommen mit der Elternschule zu unterzeichnen.

Als Direktorin der Pflegeeinheit sprach Béatrice Pettiaux die Unsicherheit der Eltern an, die sich Beratung und Gedankenaustausch wünschten. Dies habe die Klinik dazu bewogen, das Personal für die kompetente Begleitung zu sensibilisieren und auszubilden. In der vorgeburtlichen Phase seien Eltern besonders aufnahmebereit und im Verlauf dieses Jahres hätten 40 Prozent der Eltern an Vorbereitungskursen teilgenommen. Ziel der Klinik sei daher die Fortsetzung der vorgeburtlichen Aktionen mit der Elternschule, die sich an alle werdenden Eltern wende, auch an jene aus benachteiligten und immigrierten Kreisen, sowie an die Väter.

Psychologe Gilbert Pregno, Direktor der Fondation Kannerschlass, wies auf die verschiedenartigen Projekte der Institution hin, die sich einerseits mit der Betreuung von Kindern und ihrer Familien befasse, andererseits Studiengänge für Professionelle und Ausbildung für Eltern im Rahmen der Elternschule biete.

Traum geht in Erfüllung

Die ersten Elternkurse seien in den Praxen von Frauenärzten veranstaltet worden, Ziel sei nun der Kontaktausbau mit den Geburtskliniken, was zur Konvention mit der Klinik Dr. Bohler geführt habe. Hier habe es bereits 61 Erziehungskurse gegeben, an denen 469 Personen teilnahmen, davon zunehmend auch Väter, nämlich ein Mann pro 1,7 Mütter.

Eltern brächten ihre Erfahrung mit und es sei die Aufgabe der Elternschule, den Eltern zu helfen ihre eigenen Kompetenzen zugunsten der Kindererziehung einzusetzen und sie zu ermutigen, sich um ihre Kinder zu kümmern. Grundstein der Erziehung sei das Wohlbefinden von Kindern und Eltern, wobei neben der physischen auch die psychische Gesundheit wichtig sei.

Für Ministerin Marie-Josée Jacobs geht nach eigenen Worten ein Traum in Erfüllung: Elternschulen im ganzen Land. Auch sie misst dem Kontakt der Eltern im frühen Stadium und der Beteiligung der Väter an der Kindererziehung großen Wert bei. Bei Erziehungsproblemen sei es für Eltern wesentlich zu wissen, wohin sie sich vertrauensvoll um Rat wenden können. Im Vorfeld sei vieles für die kindliche Entwicklung zu tun. In diesem Sinne stelle das Ministerium der Fondation Kannerschlass im nächsten Jahr einen zusätzlichen Betrag von 8 000 Euro zur Verfügung.

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