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Wissenschaft
10.03.2010 14:41 Uhr

Stress bringt die Partnerwahl durcheinander

Forscherin der Uni Trier kommt Präferenzen beim Flirt auf die Spur



Foto: dpa
Unter normalen Umständen halten Männer nach einer Partnerin Ausschau, die ihnen gleicht. Unter Stress ändert sich dies.

(vb) – Stress während eines Flirts bringt Männer anscheinend gehörig aus der Fassung. Eine Psychologin der Universität Trier fügte Testpersonen körperlichen Schmerz zu, während sie Bilder von nackten Frauen anschauten. Das Ergebnis: Sie entschieden sich für andere potenzielle Partnerinnen als entspannte Probanden.

In entspannten Situationen suchen wir offenbar Partner, die uns besonders ähnlich sehen. Der Grund: Von Beziehungen zu eher gleichartigen Partnern erwarten sich die Menschen mehr Harmonie. Unter Stress jedoch ändern sich die Präferenzen radikal. In ihrer Versuchsanordnung ließ die Psychologin Johanna Lass-Hennemann ihre durchweg männlichen Probanden die Hände in eiskaltes Wasser tauchen und verursachte ihnen somit körperliches Unbehagen. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, der Blutdruck stieg und ihr Körper schüttete Stresshormone aus.

"Entspannte Probanden entschieden sich für Partnerinnen, die äußerlich gut zu ihnen passten. Die Männer unter Stress reagierten völlig anders. Sie bevorzugten Fotos von nackten Frauen, die ihnen gar nicht ähnlich sahen", erklärt die Forscherin, die nach eigenem Bekunden keinerlei Schwierigkeiten hatte, für diesen Test Versuchspersonen zu finden.

Frisches Erbmaterial

Nach Ansicht der Forscherin liegt die Ursache hierfür in den Genen: Unter Stresseinfluss sei der Druck größer, genetisch gut gerüstete Nachkommen zu zeugen. Dies gehe am besten, wenn der Partner sich körperlich unterscheide und folglich frisches Erbmaterial einbringt.

Die Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift "Proceedings B" der britischen Royal Society veröffentlicht wurde, bezieht sich zwar nur auf Männer. Doch die Forscherin glaubt, dass die Ergebnisse auch auf Frauen übertragbar sind.

Ähnliche Partner versprechen harmonische Beziehung

Inwieweit sich die Ergebnisse der Studie auf das wirkliche Leben übertragen lassen, ist ungewiss. "Aufregend ist der Flirt mit einem möglichen Partner immer", sagt Johanna Lass-Hennemann gegenüber wort.lu. "Aber das ist positiver Stress. In gefährlichen Situationen urteilen die Menschen eher instinktiv."

Trotzdem sind gesunde Nachkommenschaft und Beziehungsalltag zwei Paar Schuhe, gibt Johanna Lass-Hennemann zu bedenken. Für ein harmonisches Miteinander sollten die Partner sich möglichst ähnlich sein – in Bezug auf Interessen, Hobbys und Charakter. "Der Volksmund sagt: Gleich und gleich gesellt sich gern. Unsere Forschungen haben ergeben, dass das tatsächlich besser klappt."

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