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Prêt-à-Porter-Schauen
09.03.2010 15:17 Uhr

Cooler Purismus in Paris

Damenkollektionen für Herbst/Winter 2010/11 ist klar


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
Foto: dpa
Miode vom eiskalten Karl in Paris.


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Eisbärenlook bei Chanel.


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Eiszeit, mit mir beginnt die Eiszeit....


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Mit Fellstiefelchen übern glatten Laufsteg.


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Da kann man fast beim Nacktrodeln mitmachen.


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Niemals ohne Schlips aufs Eis.


Pret-a-Porter-Schauen in Paris - Chanel
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Dwer coole Karl träumt vom ewigen Eis.

(dpa) - Ein neuer Purismus bricht sich Bahn in der Pariser Mode. Kurz vor Schluss der Prêt-à-Porter-Schauen der Damenkollektionen für Herbst/Winter 2010/11 ist klar, dass Klarheit in der kommenden Saison siegt.

Ein superschicker, sauberer Look kommt mit vielen alltagstauglichen Mänteln, Kleidern, kurzen Röcken und kleinen Pullovern. Camel und Marineblau, Creme, Schwarz und ein paar rote Eyecatcher könnten für die Händler zum "Winning Team" werden. Protagonistinnen des neuen Purismus sind lustigerweise die einstigen romantischen "Rock Chicks" der Mode: Phoebe Philo, die für Céline am Sonntag wieder eine wegweisende Kollektion zeigte, und Stella McCartney, die am Montag mit atemberaubender Eleganz glänzte.

Zum Glück für jene, die es etwas geschmückter lieben, gibt es ja noch Karl: Karl Lagerfeld - mittlerweile eine derartige Institution in Paris, dass allein sein Vorname Ehrfurcht hervorruft - bot am Dienstag bei Chanel sein ganzes Können auf. Großartig war schon die Kulisse: Ein Eispalast in gletscherblauem Wasser, durch das die Models in dicken Moonboots oder zweifarbigen Hackenstiefeln sicheren Fußes schritten. E

s gab Eisbären-Look der Spitzenklasse: Cremeweiße Minikleider aus zartem Tüll, bestickt mit Perlen und mit einem weichen Fellrock versehen, lange Ledermäntel mit diagonal gesetzten Nähten und schwarzem Kontrastfell an den Kanten, weiche lange Jacken in dunklem Anthrazit, auf die dicke Wollkaros gesteppt waren, und Tweed in unglaublich kunstvollen Varianten. Ketten und Armbänder wirkten wie Eiszapfen, kleine Abendtaschen waren in Eisblockform gegossen.

Fast monastisch streng erschienen dagegen die Entwürfe von Stefano Pilati, Yves Saint Laurent-Designer und eine der Schlüsselfiguren der Pariser Mode. Schwarze schenkelkurze Kleider und Mäntel mit Cape- Oberteilen und schmalem Rock, schneeweiße Hemdblusenkragen und dreiteilige Hosenanzüge, ebenfalls in Schwarz, kamen in präzisen Linien und dennoch fließend und weiblich daher: Ergänzt wurde dieser Understatement-Look durch transparente Regencapes, Satinteile in glänzendem Blau, Grün oder Gelb und einem zart wehenden Cocktailkleid aus violettem Chiffon, das kurz und hochgeschlossen viel Bein, doch null Dekolleté offenbarte.

Huckleberry Finn und nicht Tom Sawyer

Die wirklich coolen kleinen Mädchen liebten früher Huckleberry Finn und nicht Tom Sawyer. Wie eine Hommage an Mark Twains legendären Jungen mit dem zerfransten Hut und den zu großen Hosen, der vor seinem saufenden Vater wegrennt, wirkte die Schau von Kenzo. Herbstlaubfarben, Zottelponchos, Jacken wie aus Wolldecken, Herrenhosen und Karomuster, Hippiekleider und Satteltaschen zum Umhängen. Die Lady war hier ein Tramp, doch da sich Designer Antonio Marras die lässigen Schönheiten der 70er- und 80er-Jahre wie Marisa Berenson und Farrah Fawcett zum Vorbild genommen hatte, mixte er Trapperlook und feminine Blütenmuster, kostbare Stickereien und fließende Seidenstoffe. Minimalismus war das sicher nicht, aber ziemlich cool.

Ungaro bekannte Farbe am Montag - das pinkfarbene Seidentop wurde zur Satinjacke in Goldbeige und einer schmalen Hose mit Leopardenprint kombiniert. Minikleider mit Corsagentop und einem Rock, der seitlich tütenförmig gerafft war, sowie zahlreiche um den Körper gewundene Chiffonkleider mit kleinen Plissees in Schwarz oder einem dunklen Beerenton, legten viel Haut frei. Die Entwürfe, darunter einige mit 70er-Jahre-Prints in grellem Fuchsia, waren eher zum Ausgehen denn für den Alltag gedacht.

Eine Ausnahme bildeten schmale Glencheck-Jäckchen sowie Kamelhaar-Mäntel. Lindsay Lohan, in der vergangenen Saison offizielle Kreativberaterin des Hauses, war diesmal nicht mehr dabei. Designerin Estrella Archs verbeugte sich alleine und ersparte sich auch dank der diesmal deutlich gelungeneren Kollektion einiges an Spott.

Ihre Meinung zum Thema

( 1 )
  • Romain Dehm meint:
    09.03.2010, 20:43 Uhr
    Pelze in allen Formen scheinen wieder salonfähig zu sein.
    Diese ungeheuerliche Dekadenz der Modemacher ist und bleibt moralisch und ethisch höchst verwerflich.Jeder Kunde der sich solch einen Pelz kauft,sollte den Schmerz und die Angst dieses Tieres am eigenen Leibe verspüren.Sollte ich eine dieser herzlosen Damen der upper-class mit einem derartigem Pelz begegnen,werde ich sie mit einem abwertendem und abartigem Blick bestafen.Der
    Wert einer Gesellschaft lässst sich daran messen,wie sie mit ihren Tieren umgeht.Deshalb sollte jeder Pelzträger von der Gesellschaft als potentieler Tiermörder stigmatisiert werden,und als unerwünscht bei jederm Event gelten.Das ist das mindeste was wir für die gequälten und hilflosen Geschöpfe Gottes tun können.Es ist unsere verdammte Pflicht mit dem Finger auf die zu zeigen,deren gefühlslosen Seelen so kalt und unerbittlich sind,dass sie das Häuten von Hunden bei lebendigem Leben in Kauf nehmen,nur um der Schiki-Miki Gesellschaft anzugehören.Es ist eigentlich unverständlich,je reicher und intelligenter der Mensch wird,desto gefühlslos und rücksichtlos agiert er in einer Welt,die von einem noch nie dagewesenem ausufernden Kapitalismus beherrscht wird.Die Modemacher dessen Kleider mit Size Null sich sowieso nur für anorexisch veranlagte Kunden eignen,zeigen die grausame Bandbreite der illusionischen Modewelt in all seinen Facetten.Mode tötet Tiere,und verführt Menschen in eine Abhängikeit die bis zur Null-Diät führen kann.Anorexie und Bullämie lassen grüssen.Waren die Models früher noch kurvenreiche Lichtgestallten,so sind die meisten heute zu knabenhaften und ausgemergelten Zombies mutiert.Ob das wohl daran liegt,dass hier einige Modemacher ihrer eigenen sexuellen Richtung den Vorrang geben.Denn knabenhaft sind sie allemal,die neuen Supermodels mit ihren ausgehungerten Körpern,nur das Silikon in ihren Brüsten trennt sie visuel von dem knabenhaften Jüngling der ehemaligen römischen und griechischen Kultur,wo fast jeder Aristokrat seinen obenbeschriebenn Gespielen hatte.Auf jeden Fall ist eine Aehnlichkeit nicht zu verleugnen.Frauen dieser Welt,erhebt euch und bestraft diese Modetrends mit der gebotenen Distanz.