(dpa) - Die Arbeit an der geplanten Ostsee-Gasleitung Nord Stream hat archäologisch wertvolle Schiffswracks zutage gebracht. Wie der Rundfunksender SR am Montag aus Stockholm berichtete, stufen die staatlichen Schifffahrtsmuseen in Schweden neun Funde in der eigenen Ostsee-Zone als „ausgesprochen wertvoll“ ein.
Für die bei Umweltschützern umstrittene, über 1200 Kilometer geplante Gasleitung vom russischen Wyborg bis nach Lubmin bei Greifswald in Deutschland hat das Betreiberkonsortium die betroffenen Ostsee-Abschnitte systematisch untersuchen und fotografieren lassen.
Aus Stockholm hieß es dazu, dass das älteste der neu entdeckten Wracks in Schwedens Wirtschaftszone mehr als tausend Jahre alt sein könnte. Die meisten der in bis über hundert Meter Tiefe liegenden Schiffe stammen aus dem 18. bis 19. Jahrhundert. Einige seien älter, und einige hätten einen intakten Rumpf. Die Funde hätten einen „enormen kulturhistorischen Wert“, meinte Peter Norman vom schwedischen „Reichsantiquariats-Amt“.
Ein Nord-Stream-Sprecher erklärte, dass keiner der Funde direkt in der geplanten Linienführung der Leitung liegt. Man rechne deshalb auch nicht mit Verzögerungen bei den ab Frühjahr geplanten Bauarbeiten, wolle aber Rücksicht auf die Interessen der Archäologen nehmen. Ab Ende 2011 soll durch die Nord-Stream-Leitung russisches Erdgas nach Deutschland fließen.