Auch das gibt es nicht alle Tage: Im Swimmingpool auf Deck 13 ist das Wasser zu dickem Eis gefroren, der Jogging-Pfad ein Deck höher ist spiegelglatt und dort wo sich sonst Kreuzfahrturlauber bei 30 oder 35 Grad in Liegestühlen räkeln, liegen jetzt zwei bis drei Zentimeter Schnee. Dieser Winter ist hart und so fand am vergangenen Samstag in Hamburg die Taufe des neuen Kreuzfahrtschiffes Magnifica der italienischen Reederei MSC bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt statt.
Schnee und Eis lassen auch das Interesse an der Tauffeier sinken. Zur Zeremonie kommen nur rund 15.000 Hamburger und Touristen in den Hafen der norddeutschen Stadt – die Veranstalter hatten mit 30.000 gerechnet. Von der Kälte lassen sich aber zumindest die 2500 Gäste an Bord des 293 Meter langen und 32 Meter breiten Schiffes nicht aus der Ruhe bringen. Sie feiern von samstags 17 Uhr bis in den frühen Sonntagmorgen.
Die MSC Magnifica ist bereits das elfte Kreuzfahrtschiff der italienischen Reederei MSC. Wie bei früheren Taufen ist an diesem Samstag in Hamburg auch wieder die italienische Filmdiva Sophia Loren als Patin mit von der Partie. Um 22.29 Uhr schneidet die 75jährige Schauspielerin ein Band in den italienischen Nationalfarben durch; Bruchteile von Sekunden später zerschellt eine Champagnerflasche an der Magnifica – zeitgleich taucht ein Riesenfeuerwerk den Hafen in grelles Licht.
Die Wahl ist nicht zufällig auf Hamburg gefallen. Zum einen beginnen und enden hier immer mehr Kreuzfahrten. Zum andern ist der deutsche Markt für die italienische Reederei in den vergangenen Jahren zunehmend wichtiger geworden. Und so hat MSC versucht, aus der Taufe ein echtes Society-Event zu machen. Neben der Loren wurde auch noch der italienische Sänger Eros Ramazotti verpflichtet - er gibt am Samstag im 1240 Menschen fassenden Bord-Theater zwei Kurzkonzerte. Die Griechin Nana Mouskouri wirbt als Unicef-Botschafterin für die Kinderhilfe und spät nachts tritt in der Ametista-Lounge noch der deutsche Sänger Sasha mit seiner Band auf.
Die MSC Magnifica ist funkelnagelneu, ganz neu ist das Schiffskonzept aber nicht. Die Magnifica ist das vierte Schiff in der MSC-eigenen Musica-Klasse und ähnelt ihren drei Schwesterschiffen Orchestra, Poesia und eben Musica wie ein Ei dem anderen. Wer in den vergangenen Jahren bereits auf einem dieser drei Schiffe unterwegs war, findet sich an Bord der Magnifica sofort zurecht.
Man muss schon sehr ins Detail gehen oder aber mit einem von dreizehn Fahrstühlen auf Deck 13 fahren, um echte Unterschiede festzustellen. Auf diesem Deck befinden sich nämlich die Spa-, Wellness- und Fitness-Abteilungen; sie sind deutlich größer als auf den anderen Schiffen. Und ebenfalls auf Deck 13 gibt es jetzt ein Schwimmbad, das bei schlechtem Wetter mit einem Glasschiebedach geschlossen werden kann.
Am Sonntagabend verließ die MSC Magnifica den Hamburger Hafen mit Ziel Amsterdam. Anschließend wird sie weiterfahren zu ihrem Heimathafen Venedig. Im Sommer 2010 setzt MSC ihr jüngstes Schiff im östlichen Mittelmeer ein. Von Venedig aus läuft die Magnifica dann Bari, Katakolon, Izmir, Istanbul und Dubrovnik an. 36 Mal wird diese Route angeboten.